Das wahre Leben im Duett

Es war ein Wagnis, denn das Gastwirtsehepaar Tanja und Roland Schwemmer organisierten erstmals ein eigenes Kirwawochenende in Gerhardsberg. Die Rechnung ging auf.

Da die Region zur Kirchengemeinde Kirchenreinbach zählt, stellte der Wirt in den vergangenen Jahren während der Kirchweih um St. Ulrich bereits einen Kirwabaum im Biergarten in Gerhardsberg auf. Diesmal verlegte er alles auf das folgende Wochenende. Den Auftakt bildete der Auftritt der beiden Ludwig-Moila. Die beiden Schwestern Daniela Ludwig und Carola Helm blieben ihrem Vorsatz "Nackad sing i niad" treu. Aber sie punkteten trotzdem im Biergarten vom Gasthaus zur Linde mit ihren kabarettistischen Betrachtungen.

Gitarre und Gesang

Den zweistimmigen Gesang, begleitet mit der Gitarre, lockerten Streitgespräche bei der Moderation, Witze oder deftige Trinksprüche auf, wie man sie bei dem Charme der beiden Musikerinnen nicht unbedingt vermutet hätte. Ludwig schreibt in Abstimmung mit ihrer Schwester Carola Helm die Texte und Melodien, inspiriert von ihrer guten Beobachtungsgabe und ihrem urigen Humor.

Seit drei Jahren nutzen die beiden diese Begabung und gewinnen Anerkennung mit ihren volksnahen Betrachtungen des einfachen Lebens in der Oberpfalz und Franken. Das richtige Klangverhältnis zwischen Sprache und Musik im gutgefüllten Biergarten garantierte Eberhard Pitsch am Mischpult. So schilderten die beiden jungen Damen die nicht immer harmonische Harmonie zwischen den Schwestern. Sie beleuchteten das Zusammenspiel bei Familie mit Kindern und Beruf. Eine ganze Reihe von Erwartungen, nicht nur bescheidener Art, gestaltete die Suche nach einem Partner schwierig.

Der Grantler macht ein Geheimnis aus seinem reservierten Lächeln. Sie besangen eine Romreise mit einem Besuch auf dem "Dom drom". "I muss af d'Alm" stellten sie fest, wenn sie den Problemen des Alltags entfliehen wollten.

Mitglied in der Ewigkeit

Das Programm machte außerdem bekannt mit einer Blaulichtfahrt des Rettungsdienstes, bei der, ebenso wie bei der Darstellung des Berufsbildes einer Krankenschwester, nicht nur Mitleid und Verständnis für die Bedürfnisse der Patienten anklangen. Dem Alois, der durch seinen Tod die Mitgliedschaft in der Ewigkeit erwarb, versicherten die kabarettistisch begabten Musikerinnen, dass er alles machen dürfe. "Nichts ist dir mehr verboten" bestärkten nicht nur appetitliche Beispiele. Allergien auslösende "Blumabeddl" sorgten ebenso für Unterhaltung wie die den Geruchssinn torpedierenden Beiträge vom Klohaus oder vom Schoaß.

Die Zuhörer im Biergarten beim Gasthaus zur Linde fanden ihren Spaß an den humorvollen Vorträgen und bestätigten ihre Freude darüber mit viel Beifall. Dass der sommerliche Abend unter schattenspendenden Bäumen nicht nur auf akustische Reize beschränkt blieb, dafür sorgte die Familie Schwemmer mit ihrem Personal für Köstlichkeiten vom Grill, Salaten und Getränken.
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