Das Werben der Wirtschaft

Betrieb müssen sich immer mehr einfallen lassen, um den dringend benötigten Nachwuchs einstellen zu können. An der 9. Ausbildungsmesse der Arbeitsagentur Weiden haben über 100 Betriebe teilgenommen. Von Jahr zu Jahr wird die Ausstellung attraktiver.

(sbü) Die meisten Betriebe versuchen, mit immer wieder neuen Ideen und optischen Blickfängen, die Bewerber und Eltern an ihren Stand zu locken. Manche haben mehr, manche weniger Erfolg.

Alle Dimensionen gesprengt

"Die Ausbildungsmesse in Weiden ist die zentrale Veranstaltung dieser Art für die gesamte Region". Dieses Kompliment richtete Wolfgang Lippert, Landrat des Landkreises Tirschenreuth, bei der Eröffnungsfeier der Messe an die Adresse der Veranstalter. Mit rund 110 Ausstellern und rund Tausenden von Besuchern sprengte die diesjährige Messe alle bisherigen Dimensionen dieser Veranstaltung.

Was im Jahre 2006 mit 26 Ausstellern in der Aula der Realschulen begonnen hat, ist hat zwischenzeitlich ein Vielfaches erreicht. "Längst stößt auch die Max-Reger-Halle an die Grenze ihrer Kapazitäten" sagte Andreas Staible, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Weiden". Ursächlich für das Wachstum der Ausbildungsmesse und seines Rahmenprogramms seien die radikalen Veränderungen am Ausbildungsstellenmarkt. Und der Agenturchef ergänzte "während es noch vor wenigen Jahren für Bewerber darum ging, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu bekommen, haben diese jetzt die Qual der Wahl".

Hunderte Stellen unbesetzt

Staible rechnet mit vielen Hundert unbesetzten Ausbildungsstellen zu Beginn des nächsten Ausbildungsjahres. Deshalb war auf allen Etagen und im Umfeld der Max Reger Halle das Bemühen der Betrieb zu spüren, beim Wettbewerb um Nachwuchs nicht erfolglos zu bleiben. Viele Aussteller haben deshalb die potentiellen Bewerber zum Mitmachen eingeladen.

Handwerksbetriebe hatten es dabei leichter, denn bei ihnen geht es immer um Handarbeit. So konnten Bewerber kleine Blumenarrangements binden oder am Gummieuter melken. Handelsbetriebe oder Industrieunternehmen hatten es da schon schwerer, die Jugendlichen an ihr en Stand zu locken. Manchmal reichten attraktive Bildmotive, wie ein überdimensionaler Wollknäuel bei der Wittgruppe zusammen mit bekannten Name n wie Witron, BHS oder Pilkington um Interessenten zu locken. Andere wie zum Beispiel Curamic aus Eschenbach, das jetzt unter dem Namen Rogers firmiert, lockten mit einem aktiven Roboter. Schwer hatte es der Verband deutscher Reeder. Er sucht Schifffahrtskaufleute für den Standort Schnaittenbach. "Die Bewerber denken, sie müssten zur See fahren" sagt Sprecher Ferdinand Bünte. Bei allen Ausstellern bekamen die Jugendliche Informationsmaterial zu den Ausbildungsberufen und zur Bewerbung. Und fast alle Unternehmen erklären "ganz wichtig ist uns auch das Gespräch mit den Eltern, denn die Eltern sind fast immer dabei". Vielfach wurde auch zum Praktikum eingeladen, um die Berufswelt kennenzulernen.

Die Vielfalt der Aussteller spiegelte die Breite der einheimischen Wirtschaft wieder. Fast alle waren sie vertreten, von A wie A.T.U. bis Z wie Ziegler Holzindustrie aus Plößberg. Welche Bedeutung die Weidener Ausbildungsmesse zwischenzeitlich besitzt, zeigt auch die lange Reihe politischer-, Wirtschafts- und Verbandsprominenz bei der Eröffnungskonferenz. Agenturchef Staible begrüßte OB Seggewiß, Landrat Wolfgang Lippert aus Tirschenreuth und den stellvertretenden Landrat Albert Nickl aus Neustadt/WN. Vertreten waren auch MdB Uli Grötsch und die MdLs Annette Karl und Tobias Reiß.

Von den Kooperationspartnern der Veranstaltung, zu denen auch das Medienhaus "Der Neue Tag" zählt, waren Wirtschaftsclub-Präsident Jürgen Spickenreuther, der stellvertretende Kreishandwerksmeister Wolfgang Töppel, Florian Rieder von der IHK-Gremium Weiden und Schulrat Johann Hilburger vertreten. Weil die Ausbildungsmesse auch als grenzüberschreitendes Projekt veranstaltet wurde, konnten die Veranstalter 50 tschechische Schüler aus der Grenzregion begrüßen. Für sie hatte die Eures-Beraterin Maria Probandt ein besonderes Programm vorbereitet.
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