Dauerfalschparker kassiert ein Knöllchen nach dem anderen

Dauergast in der Sebastianstraße: Seit fast zwei Wochen parkt der grüne Peugeot vor dem griechischen Restaurant. Anfangs kassierte er eine Verwarnung nach der anderen. Dann versuchte der kommunale Überwachungsdienst herauszufinden, warum sich das Auto nicht vom Acker macht. Bild: Steinbacher
Einen gültigen Parkschein hatte der dunkelgrüne Peugeot nicht, der da einen Stammplatz in der Sebastianstraße für sich beanspruchte. Dafür bald jede Menge anderer Zettel hinterm Scheibenwischer. Fast täglich kam einer hinzu. Verwarnungen über Verwarnungen. Auf Facebook kursierten schon Wasserstandsmeldungen zum Dauerfalschparker: "Mittlerweile bei 110 Euro Strafe ..." Verbunden mit dem Hinweis, dem Besitzer könnte doch mal jemand sagen, "dass er woanders billiger parken kann".

Der Kombi mit Kasseler Kennzeichen und Delle in der "Schnauze" gehört fast schon zum Stadtbild in der Sebastianstraße. Wobei er sich anfangs noch rechtmäßig ein Plätzchen am Rande der Fahrbahn reservierte: Der erste Parkschein lief am Samstag, 8. August, um 15.27 Uhr ab. Seitdem liegt der Zettel hinter der Windschutzscheibe, ohne aktualisiert zu werden.

Die städtischen Verkehrsüberwacher waren gnadenlos. Immer wieder klemmten sie eine Verwarnung über bis zu 30 Euro hinter den Wischer. Insgesamt zehn Mal! Die ungewöhnliche Häufung fiel dann auch den Parksheriffs auf. Eine Mitarbeiterin nahm am Dienstag den ganzen Packen mit: Soll sich doch mal der Innendienst darum kümmern. Offiziell war's nun ein Fall von "außergewöhnlichem Parkverstoß". Die Weidener Polizei ermittelte. Erstes Ergebnis: Als gestohlen sei das Fahrzeug nicht gemeldet.

Mittlerweile haben die Gesetzeshüter die Herkunft des herrenlosen Peugeots zumindest teilweise geklärt. Demnach ist das Auto defekt. Ein professioneller Pannenhelfer versuchte zwar inzwischen, es wieder flott zu bekommen. Erfolglos aber. Laut Stadtsprecher Norbert Schmieglitz sind die Verwarnungen wohl vom Tisch: "Betriebsunfähige Fahrzeuge sind nicht im Sinne der Straßenverkehrsordnung geparkt, sondern abgestellt." Somit würde es sich um eine "unerlaubte Sondernutzung der Straße" handeln. Die Stadt wird wohl Bußgeld fordern.

Wie hoch dieses ausfällt und wer zahlen muss, bleibt vorerst offen. Ebenso, wann (und wie) der fahruntüchtige Peugeot den Parkplatz in der Sebastianstraße räumen wird. Sein Besitzer scheint ihn nicht zu vermissen.
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