Den Königsweg gibt's nicht

Bürgermeister Jens Meyer (Zweiter von rechts) stellt mit Manfred Dietrich (links) sowie Gerhard Ertl, Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner und Peter Biersack (von rechts) die Berater der Gründeragentur Nordoberpfalz vor. Vom 16. bis 22. November sind die Experten in den Rathäusern der Region unterwegs, um Unternehmensgründer zu beraten. Bild: Götz

Jede Unternehmensgründung ist anders. Soll sie erfolgreich sein, muss sie viele Hürden nehmen und bürokratische Klippen umschiffen. Wegweiser und Lotsen sind die Experten der Gründeragentur Nordoberpfalz, die ab 16. November intensiv ihre Dienste anbieten.

Es gibt den klassischen Weg zur Unternehmensgründung, den Handwerksmeister, für den schon immer klar war, dass er die Selbständigkeit sucht und seines Glückes Schmied sein will. Doch schon die Frage "Selbst einen Betrieb zu gründen oder einen bestehenden zu übernehmen?" erfordert einen hohen Beratungsaufwand. Deshalb haben sich die Wirtschaftsförderer der Region sowie die Experten der Kammern zur Gründeragentur Nordoberpfalz zusammengetan.

Individuelle Beratung

Oftmals investieren die Gründungsfachleute in einem Fall gut zehn Stunden in die Beratung, bestätigen die Gründungsberater Manfred Dietrich (Wirtschaftsförderer des Landkreises Tirschenreuth und Geschäftsführer des Gründungszentrums Waldsassen) sowie Peter Biersack (Handwerkskammer) und Gerhard Ertl (IHK). Das Trio bringt lange Erfahrung mit. Auch die, dass sie schon manchen Existenzgründer von seinem Vorhaben abraten mussten. Es gibt keinen Königsweg für eine Unternehmensgründung - auch nicht für die klugen, engagierten Absolventen von EDV- oder Technikerschule, Fachhochschule oder Hochschule.

"Eine Firma auf die Beine zu stellen, ist immer ganz individuell", betont Dietrich. Während Firmengründungen "aus der Arbeitslosigkeit heraus" deutlich abnehmen, würden gerade die Initiativen von Senioren eine immer größere Bedeutung erhalten. Auf die gewaltige Spannbreite von Firmengründungen verweist Gerhard Ertl: "Ich hatte schon vieles - vom Tierkrematorium die hin zur Tabledance-Bar."

Peter Biersack, Betriebsberater der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, betont, dass die Beratung kostenlos sei. Dazu gehöre zum Beispiel, bei der Finanzierung und der Erschließung von Fördergeldern die Wege zu weisen. "Entscheidend ist immer die Idee, der Wille, etwas daraus zu machen." Eine erfolgreiche Betriebsgründung, so Dietrich, basiere auf den drei Säulen "Unternehmenspersönlichkeit, Idee und Markt". Als Wirtschaftsförderin der Stadt Weiden kann Cornelia Fehlner den Unternehmensgründern mit der Vermittlung von Laden- und Gewerbeflächen unter die Arme greifen.

Opfer bringen

Er freue sich auf jede Betriebsgründung, versichert Bürgermeister Jens Meyer, der zur Vorstellung der Gründerwoche (16. bis 22. November) ins Rathaus einlud. Die Vorzeichen für Unternehmensgründungen seien nach wie vor sehr gut. "Die Zinsen sind niedrig, und wir haben mit der Gründeragentur herausragende Berater." Bei jeder Geschäftseröffnung sei etwas von diesem Gründergeist zu spüren. Meyer: "Da sind Menschen am Werk, die Mut beweisen, selber anpacken, Arbeitsplätze schaffen, ihr Schicksal in die Hand nehmen, Leistung zeigen, Verantwortung übernehmen und auch große Opfer bringen."
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