Den talentierten Frauen zuliebe

Sie prägen den guten Geist bei "KiWitt": (von links) Katrin Lenk, Jessica Caudill und Denise Landgraf. Dafür erhielten sie vom Träger der Krippe Blumen. Bild: Hartl

Witt Weiden hatte schon vor Jahrzehnten einen Vogel: den Kiebitz. Damals waren er und sein Balzruf "KiWitt" der Werbeslogan in der noch neuen TV-Spot-Ära schlechthin. Nun ziert der Name "KiWitt" mit passendem Vogel-Logo die firmeneigene Kinderkrippe.

Eigentlich sind die Kleinsten dort daheim, wo sich am Montagnachmittag reihenweise Große postieren: im Garten der Kinderkrippe "KiWitt" in der Albrecht-Dürer-Straße. Inmitten von bunten Luftballons und haufenweise Schnee segnet der evangelische Pfarrer Hans-Martin Meuß die Betreuungseinrichtung der Witt Gruppe und "alle, die hier Lebenszeit verbringen".

14 Kinder besuchen aktuell die erste firmeneigene Krippe der Stadt. Im November wurde sie in Betrieb genommen. Betreut werden dort unter der Trägerschaft der Johanniter-Unfall-Hilfe nicht nur Kinder von Witt-Mitarbeitern. Und: "Anmeldungen sind noch jederzeit möglich", sagt Leiterin Jessica Caudill. Gibt es doch Platz für zwei Gruppen mit jeweils 12 Kindern.

"Danke für die politische Rückendeckung aus Regensburg und Weiden", sagt Firmenchef Wolfgang Jess, nachdem die Kleinsten mit einem Lied die Eröffnungsfeier im Firmenfoyer eingeläutet haben. Doch warum leistet sich der Versandhändler überhaupt eine eigene Kinderkrippe? "80 Prozent der Mitarbeiter in der Witt-Gruppe sind weiblich. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war deshalb schon immer ein großes Thema", erklärt Jess. Und eine Kinderkrippe helfe im Kampf um die besten Talente am Arbeitsmarkt. "Denn uns ist ein positives Image als Arbeitgeber wichtig", sagt Jess. Dazu passe das Ergebnis einer Umfrage der Zeitschrift "Focus". Danach zähle die Firma Witt in ihrer Branche zum zweitbesten Arbeitgeber. Nicht zuletzt wegen der Investition in die Krippe, die laut Firmenleitung mit einem hohen sechsstelligen Betrag zu Buche schlägt. Apropos Investition: "Wir alle hier sind Kaufleute. Erst die Zeit wird zeigen, ob wir hier alles richtig gemacht haben", sagt Jess.

Reinhold Demleitner ist schon jetzt überzeugt, dass sich alles rechnet: "Es ist wichtig, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen", sagt der Leiter der Förderstelle der Regierung der Oberpfalz. Er gratuliert zum ebenerdigen energieeffizienten Neubau an der Stelle der ehemaligen Bürgermeister-Villa und betont, dass die Einrichtung offen ist für alle Kinder der Stadt. "Das war auch wichtig für die Fördersumme." 600 000 Euro flossen vom Freistaat. "Das sind ja mehr als 6000 Playmobil Ritterburgen", rechnet Rico, eine Handpuppe, vor, die Demleitner plötzlich zur Freude aller hinter dem Rücken hervorzaubert. Weidens OB macht derweil eine andere Rechnung auf: Mit der Witt-Krippe seien die Betreuungsplätze für unter Dreijährige in Krippen der Stadt in wenigen Jahren auf über 120 gestiegen. Hintergrund
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