Denkmal ja oder nein? Diese grundsätzliche Frage stellt sich für ein altes Gebäude in Steiningloh. Es geht um das Pongratz-Anwesen, ein Haus mit dem damals üblichen, angrenzenden Stall, das im 16. oder 17. Jahrhundert errichtet wurde. Nun kam hoher Besuch.
Goppel will Anwesen abreißen

Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz (links) und Hirschaus Bürgermeister Hermann Falk (rechts) machte sich Dr. Thomas Goppel (Mitte) in seiner Funktion als Vorsitzender des Landtagsdenkmalrats ein Bild vom stark einsturzgefährdeten Pongratz-Anwesen (Hintergrund). Bild: paf
(paf) Mit Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel besichtigte der Vorsitzende des Landtagsdenkmalrats das Gebäude. Vor Ort waren auch zahlreiche Kommunalpolitiker und Vertreter der Stadtverwaltung. "Ich bin froh, dass die Vernetzung von Orts- und Landesebene so gut funktioniert", stellte Abgeordneter Dr. Harald Schwartz fest, der diesen Besuch eingefädelt hatte.

Akut einsturzgefährdet

Hirschaus Bürgermeister Hermann Falk und Ortssprecher Erich Stauber schilderten dem prominenten Gast die Situation rund um das Gebäude. "Das denkmalgeschützte Bauwerk wurde im Jahr 2005 durch die Stadt Hirschau erworben und ist akut einsturzgefährdet. Neben der Tatsache, dass wir für das Gebäude keine Folgenutzung sehen, müssten wir als Stadt wegen der erheblichen erforderlichen Sanierungsmaßnahmen selbst nach Abzug der Fördermittel mehr als 200 000 Euro investieren. Daher sehen wir ein Herausnehmen aus dem Denkmalschutz und einen Abbruch als die einzig richtige Maßnahme an", stellten Stadtoberhaupt und Ortssprecher gemeinsam fest.

Goppel machte sich von dem Haus sowohl von außen als auch von innen ein Bild. "Der Zustand des Gebäudes ist tatsächlich sehr schlecht, so dass dringend eine Entscheidung zu fällen ist. Im Hinblick auf den Denkmalschutz ist es CSU-Position, dass wir unserer Tradition verpflichtet sind und grundsätzlich immer eine Abwägung zu treffen haben. Wenn jedoch ein Gebäude nicht eine zentrale Kernfunktion für die Geschichte einer Ortschaft einnimmt und darüber hinaus sowohl Bauzustand und Finanzielles als auch fehlende Folgenutzung für einen Abbruch sprechen, dürfen wir dem nicht im Weg stehen. Dies sehe ich hier gegeben, so dass ich mich für eine Herausnahme des Gebäudes aus dem Denkmalschutz aussprechen würde", machte Goppel seine Sichtweise deutlich. Goppel unterstrich jedoch, dass er dabei nur eine Empfehlung aussprechen könne. Die Entscheidung liege vielmehr bei Landratsamt und Regionalausschuss.

Goppel versprach allerdings, sich des Sachverhalts anzunehmen und eine Lösung bis Februar 2015 anzuvisieren.
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