Der Apostel legt im Jahr 52 den Grundstein für das Christentum in Indien
Thomas bringt christliche Saat

Pater Jacob Vazhapparampil. Bild: Kunz
Weiden. (uz) Pater Jacob Vazhapparampil ist Thomas-Christ. Am Mittwoch berichtete er im Elly-Heuss-Gymnasium über die "Rettungsinsel". Sein Vortrag betraf das Christentum in Indien. "Im Glauben etwas Neues wagen" lautete der Titel seines Referats, das er passend zur Wanderausstellung "Bibel und Bild" unter dem Motto "Augenblick mal" hielt. Der Apostel Thomas sei im Jahr 52 über die antiken Handelsstraßen und den Seeweg in die Region Kerala in Südindien gelangt, wo er bis zu seinem Märtyrertod im Jahr 72 missioniert habe. "Was man schätzt, kann man nicht verbergen, das muss man verbreiten." Thomas habe in Kerala sieben Kirchengemeinden ins Leben gerufen. Seine Botschaft habe überdauert.

Allerdings nur in dieser südlichsten Provinz des Subkontinents. Insgesamt seien nur zwei Prozent der indischen Bevölkerung Christen. "Wir sind eine kleine Minderheit, haben aber großen Einfluss." In Kerala seien immerhin 20 Prozent Christen. Indien werde von den Hindus dominiert. Und an denen hätte sich Thomas die Zähne ausgebissen. "Hindus lassen sich nicht bekehren. Die leben ihren Glauben."

Das Christentum habe sich gewissermaßen integriert, weil es die örtlichen Bräuche übernommen habe. Man habe mit den jeweiligen Traditionen der Kulturvölker nicht gebrochen. Wie es in Bayern Weißwürste und Bier gebe, so hätten auch die Menschen der Ostkirche ihre Vorlieben, etwa die Polygamie, die von der Kirche toleriert würde. Wie Pater Vazhapparampil erklärte, nennen sich die Oberhäupter der Ostkirche Patriarchen und würden in ihren jeweiligen Einzugsgebieten den Rang eines Papstes einnehmen. Allerdings werde dem römischen Papst die Stellung "Primus inter Pares" eingeräumt.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.