Der erste Eindruck zählt

Frauen, die nach Jahren der Kindererziehung wieder in den Beruf zurück wollen, stellen oft viele Fragen. Was kommt da auf mich zu?, Wie soll ich mich verhalten?, Kann ich das alles?, sind Ausdruck solcher Unsicherheiten. Die neue Veranstaltungsreihe "Frau und Beruf" will dabei Hilfestellung geben.

(sbü) Gleich zu Beginn der Reihe wurde das Thema "Die ersten 100 Tage im neuen Job" behandelt. Dazu hatten die Veranstalter, die Agentur für Arbeit Weiden und die Jobcenter der Landkreise Neustadt und Tirschenreuth, einen Experten aus dem Personalwesen eingeladen.

Einstellungen für ihn Alltag

Martin Neuhaus ist Hauptabteilungsleiter für das Personalwesen und Prokurist im erweiterten Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz. Früher war er für das Personal am Klinikum Fürth zuständig. Er weiß also worüber er redet, wenn er Tipps für die ersten 100 Tage in einem neuen Arbeitsverhältnis gibt. 80 Prozent der Beschäftigten des Klinikums Nordoberpfalz sind Frauen, 2450 nennt er dazu als absolute Zahl. Neueinstellungen sind für ihn Alltagsgeschäft und aus dieser Erfahrung stellt Neuhaus eine zentrale Aussage in den Mittelpunkt. Sie lautet: "Der erste Eindruck entscheidet". Was in einem neuen Arbeitsverhältnis in den ersten Tagen richtig oder falsch gemacht wird, sei schwer wieder zu korrigieren.

Oftmals seien es Selbstverständlichkeiten, die zu beachten seien. "Doch die Realität beweist, dass dagegen häufig verstoßen wird" berichtet Neuhaus. "Viel hören, viel sehen, wenig sagen" steht auf seiner Empfehlungsliste für die Probezeit in einem Arbeitsverhältnis ganz oben. Zuerst solle man das Arbeitsumfeld erkunden. Schnell werde man herausfinden, was in einem Betrieb am besten zu tun und was zu lassen sei. Und am Anfang solle man möglichst nicht an "Klatschrunden" teilnehmen. Und Neuhaus empfiehlt auch, "besser kein Besserwisser" zu sein, denn Reformeifer werde bei Newcomern selten gerne gesehen. "Lassen Sie sich Feedback und Anregungen geben, das signalisiert auch ihr Interesse". Hilfreich sei, sich auch immer wieder bewusst zu machen "Ich bin diejenige, die als Siegerin aus der Bewerberauswahl hervorgegangen ist". Vertrauen muss über gewissenhaftes Arbeiten aufgebaut werden.

Tipp: Ein Notizzettel

Ganz generell sieht Neuhaus die erste Zeit auch als "Gratwanderung zwischen Anpassung und Profilierung". Niemand ist perfekt, und neue Aufgaben wachsen erst einmal über den Kopf, stellt er auch fest. Zu Fehlern solle man stehen und gegebenenfalls Schadensbegrenzung betreiben. Und als ganz praktischen Tipp empfiehlt Neuhaus "immer einen Notizzettel dabei zu haben, sich Namen einzuprägen und flexible Arzttermine nicht in die Kernarbeitszeit zu legen".

Wichtig ist schließlich zu wissen, dass in der ersten sechsmonatigen Probezeit das Arbeitsverhältnis ohne Angaben von Gründen mit zweiwöchiger Frist gekündigt werden könne. Selbst ein herausragender Arbeitnehmer hat laut Gerichtsentscheid gegebenenfalls keinen Anspruch auf Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses.
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