Der frühere Freudenberger Bürgermeister Norbert Probst wird am Sonntag 70
Vom Problemdruck gelöst

Die Spaziergänge mit seinem Yorkshireterrier Peppo gehören heute zum festen Tagesablauf von Norbert Probst. Bild: Steinbacher

Norbert Probst hat sich für den klaren Schnitt entschieden. 24 Jahre war er Bürgermeister in Freudenberg, 18 Jahre Kreisrat. Als er im vergangenen Jahr zur Bürgermeisterwahl nicht mehr antrat, verzichtete er auch auf die Kandidatur für den Kreistag. "Und das war richtig", sagt er im Gespräch zu seinem 70. Geburtstag am Sonntag, 4. Oktober. "Denn du bist dann einfach nicht mehr auf der Höhe des Geschehens."

Sich vollständig von der Kommunalpolitik zu lösen, war am Anfang nicht ganz einfach, gibt Probst zu. Schließlich hat sie ihn rund 50 Jahre lang begleitet: während seiner Verwaltungsausbildung beim Landratsamt, seit 1972 als Kämmerer in Freudenberg, ab 1990 als Gemeindeoberhaupt. Doch jetzt hat Probst sich daran gewöhnt, genießt einen anderen Tagesablauf mit Spaziergängen mit seinem Hund. Er liest zwar immer noch ausführlich, was in der AZ über seine früheren Themen steht, hat aber eine Distanz dazu entwickelt. "Es ist schön, wenn du nicht gleich in der Früh von den Problemen des Amtes gepackt wirst", sagt er.

Dass er nicht mehr in Freudenberg, sondern in Köfering wohnt, sei keine Distanzierung von seiner alten Gemeinde. Er und seine Frau Elsbeth seien einfach mit ins Haus ihrer Tochter gezogen. "Das war für den Ruhestand schon immer so geplant." Mit seinem Nachfolger Alwin Märkl versteht er sich gut, sagt Probst, und auch die anderen Verbindungen nach Freudenberg sind nicht abgerissen. Jeden Dienstag trifft er sich mit seiner Kartlerrunde, oft bekommt er Einladungen von Vereinen - "von den acht Feuerwehren im Gemeindegebiet bin ich ja bei sieben Ehrenmitglied".

Für die Glückwünsche der Vereine und des Gemeinderats ist auch der Empfang am Dienstag beim Dotzler in Freudenberg gedacht, den Alwin Märkl zum 70. Geburtstag von Norbert Probst ausrichtet. So kann die Familienfeier am Sonntag im privaten Rahmen bleiben.

Wie sich überhaupt an der Bodenständigkeit von Probst auch im Ruhestand nichts geändert hat. Eine Weltreise wolle er nicht machen, wehrt er lachend einen AZ-Vorschlag ab. Ihm reiche ein Urlaub am Gardasee. Ansonsten sei er auch mit Ausflügen nach Regensburg und Nürnberg oder einen schönen Wanderung zufrieden.
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