Der Gedanke allein reicht nicht

Der Dekanatsrat als höchstes Laiengremium und Geistliche des Dekanats Habsberg feierten gemeinsam einen Kapitelsgottesdienst. Bild: hfz

Nächstenliebe hat im Leben katholischer Pfarreien einen handfesten Namen: Caritas. Das Dekanat Habsberg will diesen Gedanken stärken.

Edelsfeld. Geistliche und Laienvertreter des Dekanates Habsberg hatten ihren Kapitelstag nach Edelsfeld verlegt. In getrennten Sitzungen und einem gemeinsamen festlichen Gottesdienst beschäftigten sie sich mit Fragen der Pfarrcaritas. Vor diesem Hintergrund sprach der Eichstätter Caritasdirektor, Domkapitular Franz Mattes, vor beiden Versammlungen über "Chancen und Möglichkeiten von Caritas in ländlich geprägten Pfarreien vor Ort".

Er hob hervor, dass die Caritasverbände der Diözese Eichstätt etwa 3000 Mitarbeiter beschäftigen. Dennoch müsse der Gedanke der aktiven Nächstenliebe noch verstärkt in die Pfarreien getragen werden. Zum kirchlichen Leben gehöre neben der Feier der Gottesdienste und der Verkündigung unverzichtbar auch das soziale und karitative Engagement. Mattes plädierte dafür, in den Pfarreien einen Pfarrgemeinderats-Ausschuss Gemeindecaritas einzurichten.

"Aus meiner Zeit als Pfarrer weiß ich, dass solche Gremien oft nur auf dem Papier bestehen. Aber wir brauchen einen Kreis von Ehrenamtlichen, der sich in einem Dorf direkt der tätigen Nächstenliebe verschreibt", forderte der Eichstätter Domkapitular. Häufig gehe es darum, Pflegende von Demenzkranken zu entlasten, einen Fahrdienst in die Stadt anzubieten oder nachbarschaftliche Aufmerksamkeit zu pflegen. Der Vorsitzende des Dekanatsrats, Anton Lang, hob hervor, dass es gerade in der ländlichen Region des Dekanates Habsberg wichtig sei, Netze sozialer Aufmerksamkeit zu knüpfen. Das sei von entscheidender Bedeutung, wenn auch Dörfer als Wohnorte attraktiv bleiben sollen und eine Abwanderung in die Städte zu vermeiden sei. Daher dürfe "Caritas kein vergessenes Randthema bleiben", hatte Dekan Elmar Spöttle zuvor in seiner Predigt gefordert. Christen müssten "Zeugnis von der Liebe Gottes" geben und durch das praktizierte Füreinander die "Hoffnung auf einen liebenden Gott" in ihrer Umgebung wecken. Bernhard Schinner, Leiter der Caritas-Kreisstelle Neumarkt, hob die Bedeutung der Krankenpflegevereine hervor, die landauf landab gegen Auflösung und Überalterung kämpften.

Der Dekanatsrat ist die höchste Laienvertretung im Dekanat. Er trifft sich zweimal jährlich zu Vollversammlungen und behandelt Fragen des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens. Mitglieder sind die Vertreter der vier Seelsorgeeinheiten im Dekanat, der katholischen Verbände wie BDKJ, Frauenbund, Kolping, oder KAB sowie der kirchlichen Einrichtungen wie Caritas oder KEB. Das Dekanat Habsberg wurde 2011 errichtet und reicht von Wissing im Süden bis nach Ursensollen, Königstein und Pommelsbrunn im Norden.
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