Der Münchner Männerapostel Pater Rupert Mayer
Die Wahrheit zählt

Diakon Anton Feil informierte über Pater Rupert Mayer. Bild: zpe
Weiden. (zpe) Täglich besuchen sein Grab in der Münchner Bürgersaalkirche bis zu 3000 Menschen. "Warum ist Rupert Mayer auch heute noch so populär?", fragte Diakon Anton Feil beim Katholischen Männerverein im Pfarrheim St. Josef. "Weil wir in ihm einen Menschen vor uns haben, dem die Wahrheit höchstes Gut war."

Er habe sich vor niemandem den Mund verbieten lassen. 1876 geboren, sei er 1899 zum Priester geweiht worden. Zunächst war er Kaplan in Spaichingen, begann aber 1900 sein Noviziat bei den Jesuiten in Feldkirch in Österreich. 1911 sei er nach München berufen worden, wo er vor allem die Sprache der einfachen Leute gesprochen habe. Freiwillig habe er sich für den Ersten Weltkrieg gemeldet. Seine Überlegung: "Ich kann die Männer nicht allein lassen. Gerade jetzt brauchen sie einen Seelsorger." 1916 habe ihm in Rumänien ein Granatsplitter den linken Unterschenkel zerfetzt, was zur Amputation des ganzen Oberschenkels führte.

1923 bei einer Veranstaltung der Nationalsozialisten habe er offen erklärt, dass ein deutscher Katholik nie Nationalsozialist sein könne. "Er wurde niedergeschrien und galt von da ab als Nazi-Feind." Seine Predigten machten den Münchner Präses der Marianischen Männerkongregation zur lebenden Legende. Seine Predigten gegen die Nazis seien immer schärfer geworden. 1939 wurde er ins KZ Sachsenhausen eingeliefert, später wurde er im Kloster Ettal unter Hausarrest gestellt. Die Amerikaner befreiten ihn. Und predigte sofort wieder. "Die Wahrheit muss gesagt werden." An Allerheiligen 1945 habe ihn ein Gehirnschlag während des Gottesdienstes getroffen. 30 000 Männer seien seinem Sarg gefolgt. "Dem Sarg des Münchner Männerapostels." 1987 habe ihn Papst Johannes Paul II selig gesprochen.
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