Der Schülerpate: ein Ehrenamt

Jugendliche sind das große Engagement der Ausbildungspaten sicher wert. Darüber waren sich die in der Arbeitsagentur versammelten Gesprächsteilnehmer absolut einig. Bild: sbü

Seit gut zwei Jahren engagieren sich ehrenamtliche Paten für Jugendliche, die nicht ohne weiteres eine Ausbildung beginnen können. Nur war das bislang nicht allzu bekannt.

(sbü) Schulverwaltung, Arbeitsagentur und Arbeitskreis Schule Wirtschaft sind jetzt an die Öffentlichkeit getreten, um diese verdienstvolle Arbeit zu würdigen. "Mit großer Gelassenheit hat einer meiner betreuten Jugendliche sich meine Vorschläge für die Gestaltung einer beruflichen Zukunft angehört, aber auf alle Anregungen einfach nicht reagiert", schildert Engelbert Vollath, Schulamtsdirektor im Ruhestand, eines seiner Erlebnisse. Aber Vollath konnte auch viele Beispiele vortragen, in denen geholfen wurde.

16 Paten für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz waren in die Arbeitsagentur Weiden gekommen und tauschten ihre Erfahrungen aus. Seit gut zwei Jahren sind diese Paten meist eher im Hintergrund tätig. Darunter sind viele Pädagogen im Ruhestand oder andere Personen mit viel Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen. Das Projekt heißt "Paten pro Ausbildung".

Organisiert wird ihr Einsatz von dem ehemaligen Schulamtsdirektor in Zusammenarbeit mit den Schulämtern der Arbeitsagentur und dem Arbeitskreis Schule Wirtschaft. Das Verfahren sieht vor, dass von den Schulen Jugendliche benannt werden, die ohne besondere persönliche Betreuung keinen Ausbildungsplatz finden. Nur mit Einverständnis der Eltern beginnt der Schülerpate seine Arbeit. Dabei wird eng mit den Schulämtern und der Berufsberatung der Arbeitsagentur gearbeitet.

Statistik zeigt die Erfolge

Schulrat Johann Hilburger bedankt sich für die staatlichen Schulämtern Weiden und Neustadt bei den Paten für ihren außergewöhnlichen Einsatz und die engagierte Arbeit: "Die Ehrenamtskarte des Landkreises ist nur ein kleines Dankeschön." Auch Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger lobt die "hervorragende und wertvolle Zusammenarbeit der Paten mit der Berufsberatung".

Der Erfolg der Arbeit der Paten zeige sich nicht nur in der Tatsache, dass Jugendliche mit ihrer Hilfe eine Ausbildungsstelle antreten konnten, sondern in manchen Fällen auch durch "andere Lösungen", erklärte Vollath. Dabei zählte er Eintritte in berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder in das Berufsgrundschuljahr als Beispiele auf. Immer wieder stellten sich die Paten auch die Frage: "Können wir etwas leisten, was andere nicht geschafft haben?"

Dass dies möglich war, zeigt die Statistik. In der Vermittlungsaktion 2014 waren insgesamt 33 Jugendliche "im Patenmodell". 14 schieden wieder aus, "weil sie im Zeitverlauf auf unsere Unterstützung verzichtet haben". Aber immerhin 8 konnten eine Ausbildung beginnen, 11 verlängerten ihren Schulbesuch. Vollath zeigte anschaulich auf, "hinter dieser Statistik verbergen sich viele Einzelschicksale". Denn schließlich handele es sich um Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen intensive Unterstützung bräuchten, um einen Ausbildungsplatz anzutreten. Trotz großer Kompromissbereitschaft der Arbeitgeber hinsichtlich Zeugnisse und Qualifikation seien oft erst große Hindernisse zu beseitigen.

Fortsetzung im Jahr 2015

Die Patenaktion soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Deshalb werden Mittelschulen in Weiden und im Landkreis Neustadt gebeten, Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf für das Patenmodell vorzumerken. In Absprache mit allen Beteiligten, gegebenenfalls auch einem Berufseinstiegsbegleiter, werden dann die Hilfen geplant. Selbstverständlich würde auch immer der Datenschutz ausreichend beachtet.
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