Der vergessene Kunstmaler

Nach der Überlieferung stellte sich Maurus Fuchs in der Abendmahlszene selbstbewusst als Apostel dar und blickte als einziger mit blond gelocktem Haar den Betrachter direkt an. Repro: Dobmeier

In der Kappl bei Waldsassen oder im Stift Tepl sind seine Werke anzutreffen. Maurus Fuchs, der Kunstmaler aus dem Stiftland, war lange Zeit vergessen. Kunsthistoriker Dr. Wolf-Dieter Hamperl rückt ihn wieder ins Rampenlicht.

Weiden. (rdo) In zahlreichen sakralen Bauten im Stiftland und im Egerland sind die Werke von Maurus Fuchs anzutreffen. Dr. Hamperl holte den Spross einer Tirschenreuther Malerfamilie aus seinem Schattendasein. Sein Buch mit umfangreichen Recherchen zu Orten und Begegnungen mit Werken des Kunstmalers - im Bild festgehalten von NT-Fotografin Karin Wilck - ist im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz erschienen. Dr. Hamperl organisiert als langjähriger Vorsitzender die Treffen des Heimatkreises Tachau mit Sitz in Weiden und gab viele Publikationen dazu heraus.

Über sein jüngstes Werk informierte der Kunsthistoriker beim "Heimatkundlichen Arbeitskreis" in der Almhütte. Als Schlüsselerlebnis nannte Dr. Hamperl das Altarbild der Dorfkirche St. Peter und Paul in Speierling im Kreis Tachau. Dort las er auf der Rückseite die Signatur "M. F. Nr. 58 1833". Er hatte damals ein noch unbekanntes Altarbild von Maurus Fuchs (1771 bis 1848) entdeckt. Der hatte es als begnadeter Kirchenmaler - im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen - schon zu Lebzeiten zu beachtlicher Anerkennung und auch gewissem Wohlstand gebracht.

Die Schaffensperiode im Kloster Tepl unter Abt Karl Reitenberger gilt als Zenit seines Könnens. Dort malte er den repräsentativen "Blauen Saal" mit Doppelpilastern. Es entstanden Deckengemälde von Gott Vater sowie "Das letzte Abendmahl" im Refektorium. Maurus Fuchs wirkte auch etwa zehn Jahre vielfältig im Franziskanerkloster in Tachau. Dort portraitierte er die sechs bedeutendsten Franziskaner.

Ein Meisterstück stellt die im Tirschenreuther Museumsquartier ausgestellte Papierkrippe dar, die annähernd 80 farbenfrohe Figuren und Tiere umfasst und im Jahr 1830 entstand. Der 78-jährige Maler starb am 27. Juni 1848 in Tirschenreuth an "Wassersucht". Die Oberpfälzer dürfen stolz sein auf diesen selbstbewussten Künstler, so Dr. Hamperl. Er dankte Harald Fähnrich für die Archivarbeit zum Kunstmaler und Konrad Preuß für die Genealogie.

"Maurus Fuchs", Autor Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Buch- und Kunstverlag Oberpfalz, 29.95 Euro.
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