Der Weg vom Ferkel zum Schlachtvieh

Die Ferkel kommen mit etwa 29 Kilogramm zu Stefan Schmid. Er kauft sie von Timo Bayer (Seidersberg) und Thomas Ullrich (Poppenricht). 15 Ferkel beziehen gemeinsam eine Box, in der sie bleiben, bis sie schlachtreif sind. Die Größe des Quartiers ist vorgeschrieben: pro Tier mindestens 0,82 Quadratmeter. Acht Boxen bilden ein Abteil, das einen Raum im Stall füllt. Die 120 Tiere haben keinen Kontakt zu ihren Artgenossen in anderen Abteilen, so dass Krankheiten nicht mehr so leicht übertragen werden wie früher in den großen Ställen.

Bis sie geschlachtet werden, sollen die Ferkel in 120 Tagen rund 90 Kilo zulegen. Dafür bekommen sie ein Futter, das aus Getreide (80 Prozent), Soja-Extraktionsschrot (17 Prozent) und Mineralfutter (3 Prozent) besteht. "Der Verbraucher will mageres Fleisch, und über Soja lässt sich die Verfettung gut steuern", erläutert Stefan Schmid zum Soja-Einsatz. Die Mischung des Futters besorgt ein Automat. Die Schweine können jederzeit fressen, sie müssen nur ein Gestänge in der Ausgabewanne drehen, dann kommt die Trockenmasse raus und wird mit Wasser eingeweicht.

Danach beginnt die Herrschaft der Statistiker. Sie haben ausgerechnet, dass eine Sau 2,75 Kilogramm Futter braucht, um ein Kilogramm Fleisch anzusetzen. Stefan Schmid erreicht mit seiner speziellen Futtermischung im Schnitt eine tägliche Gewichtszunahme von 892 Gramm pro Tier. Das Mittel in der Oberpfalz liegt zwischen 800 und 850 Gramm, verrät Josef Schmidt vom Landwirtschaftsamt. Stefan Schmid braucht für die knapp 1900 Tiere, die er zu versorgen hat, vier Tonnen Futter am Tag. Dafür bewirtschaftet er 230 Hektar Fläche, 85 davon gehören ihm selbst. Ganz wichtig ist die saubere Lagerung des Getreides, denn nur wenn es pilzfrei ist, gelingen Masterfolge.

Schmid mästet die Tiere etwa 120 Tage lang, dann wiegen sie bis zu 120 Kilo und können über die Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh Oberpfalz an den Schlachthof in Erlangen geliefert werden. Einige wenige Schweine gehen auch an Metzger in der Region. (ll)
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