Deutlich mehr Flüchtlinge

Die Stadt rechnet damit, dass sich die Zahl der Flüchtlinge in Weiden bis Jahresende fast verdoppeln wird. Die Verantwortlichen suchen deshalb auch nach einer neuen Notfallunterkunft. Wo? Das ist noch offen. Es könnte eine schwere Entscheidung anstehen.

Rund 450 Flüchtlinge leben derzeit in Weiden. Bis Ende des Jahres könnten es 820 werden. Damit rechnet die Stadt, nachdem sie am Donnerstag neue Zahlen von der Regierung bekommen hat, wie Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann auf NT-Anfrage erklärt. Dabei handle es sich nur um Hochrechnungen, ohnehin lasse sich bei Zuwanderungszahlen nichts mit Gewissheit sagen, schränkt Hubmann ein. Vielleicht ändere auch das Berliner Koalitionstreffen am Wochenende etwas. Trotzdem: Weiden müsse sich erst einmal auf mehr Neuankömmlinge einstellen.

Die Kommune steht damit vor der Aufgabe, Unterkünfte für die etwa 370 zusätzlichen Flüchtlinge zu finden. Derzeit entstehen Container für rund 180 weitere Personen in Camp Pitman. Bis zu 150 könnte die Stadt zusätzlich dezentral unterbringen, hofft Hubmann. Daneben muss Weiden aber auch seine Notfallkapazitäten aufstocken: Bislang waren das 100 Plätze in der Berufsschulturnhalle. Künftig müssen es 200 sein, fordere die Regierung. Die Halle in der Stockerhut gibt diesen Platz aber nicht her.

Appell an Hallenbesitzer

"Wir prüfen zurzeit die Optionen", sagt Hubmann. Welche das sind, dazu wolle er sich noch nicht konkret äußern. Nur allgemein: "Wir sind im Gespräch mit dem ein oder anderen Hallenbesitzer und prüfen auch eigene Liegenschaften." Wer eine geeignete Halle vermieten oder verkaufen könne, solle sich doch melden (Telefon 0961/81-6501), appelliert Hubmann.

Nur ein Standort

Geeignet - das heißt nicht zuletzt: groß. Jedenfalls wäre es laut Hubmann schon aus Kostengründen optimal, auch künftig nur einen Standort für eine Notfallunterkunft zu haben. Das bedeutet, es sollte möglichst keine zweite Halle mit 100 Plätzen neben der Berufsschulhalle werden. Weiteres Ziel sei, nicht erneut eine Sporthalle umzunutzen.

Ob Letzteres tatsächlich gelingt, scheint zumindest offen. Hubmann will sich zwar nicht äußern. Aber gerade, wenn es schnell gehen muss, wird Weiden womöglich auf eine städtische Liegenschaft zurückzugreifen müssen. Und wie viel Zeit für die Suche noch bleibt, weiß keiner. Hubmann: "Wenn die Busse da sind, müssen wir die Leute unterbringen."
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