Deutscher Gewerkschaftsbund und Stadt empfangen Betriebsräte bei Arbeitnehmertag
Mindestlohn gibt Würde zurück

Gut gelaunt: die Veranstalter des 3. Weidener Arbeitnehmertags mit DGB-Stadtverbandsvorsitzenden Helmut Fiedler (Dritter von links) und OB Kurt Seggewiß (Vierter von links). Trotz einiger Sorgen freuten sie sich über Lohnzuwächse und Wirtschaftswachstum im Stadtgebiet. Die Stadtkapelle Weiden lieferte den musikalischen Schwung. Bild sbü
(sbü) Zum dritten Male luden DGB-Stadtverband und die Stadt Weiden zum Arbeitnehmertag in die Max-Reger-Halle ein, bei dem ehrenamtlich engagierten Arbeitnehmervertreter in den Betrieben gewürdigt werden. "Ihr investiert in das Gemeinwohl", sagte Stadtverbandsvorsitzender Helmut Fiedler an die Adresse der Kollegen in der Max-Reger-Halle. Die Arbeit der "Ehrenamtlichen" diene vor allem dazu, die gegenwärtige und zukünftige Arbeitswelt zu verbessern, ergänzte Fiedler.

Schulschließung ein Thema

Erstmals war auch der neue ATU-Betriebsrat dabei. Fiedler nutzte den Abend zu Statements über aktuelle Themen. Beifall bekam er, als er sagte: "Der Mindestlohn gibt den Menschen ein Stück ihrer Würde zurück." Stolz sei er, dass der Mindestlohn "gegen eine Phalanx der Wirtschaftslobby und Schwarzmaler" durchgesetzt werden konnte. Fiedler wehrt sich gegen die Bürokratie-Vorwürfe gegenüber den Mindestlohn-Regelungen, da nur Anfang und Ende der Arbeitszeit sowie die geleisteten Stunden aufgeschrieben werden müssen. Von der Bayerns Staatsregierung fordert er, nicht nur die Arbeitgeber in ihrem Kampf zur Aufweichung des Mindestlohns zu unterstützen, sondern "die Verfolgung gegen Verstöße effektiver zu gestalten".

OB Kurt Seggewiß sagte zur aktueller Lage: "Heute haben wir die Verträge mit Telekom unterschrieben, dass bis Mai 2016 alle Ortsteile breitbandverkabelt sind." Zu den Schulschließungen meinte er: Wenn es immer weniger Kinder gibt, "muss es auch erlaubt sein über einen Standort nachzudenken". Amberg habe bei ähnlicher Einwohnerzahl zwei Standorte weniger. Weniger Schulen bedeute für ihn auch, "Förderangebote sind besser konzentrierbar".

"Gegenhalten am Biertisch" will Seggewiß, wenn er das Engagement der Stadt für Flüchtlinge betont ("Ende des Jahres werden wir 500 Flüchtlinge in Weiden haben") und ein Einwanderungsgesetz fordert. Seggewiß plädierte für die Metropolregion Nürnberg, "weil nur große Regionen wahrgenommen werden". Sorgen machte er sich über die Kliniken Nordoberpfalz: "Ich will alles tun, um die acht Standorte zu erhalten." Dass die Kliniken zu wenig Eigenkapital besäßen, sorge ihn ebenso, wie die "Rahmenbedingungen, die künftig die Finanzierung erschweren".

Stadtgalerie: 350 Jobs

Doch auch viel positive Nachrichten formuliert Seggewiß: Umsetzung des Demografiekonzepts der Stadt, Beschäftigungsrekord in Weiden trotz der Sorgen über die hohe Hartz-IV-Arbeitslosigkeit, Bedeutung des Oberzentrums Weiden für die Region, Erstellung des in Bayern ökologisch wertvollsten Industriegebiets West IV. Die Stadtgalerie ("noch torpedieren Einzelne") bringe für Weiden einen "Riesen-Push" und 350 Arbeitsplätze .
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