Dezente Frühjahrsbelebung

Der Abbau der Winterarbeitslosigkeit im Bezirk Weiden zeigt sich in den Zahlen im März: 6348 Arbeitslose bedeuten 319 weniger als im Februar und einen Rückgang der Quote von 5,7 auf 5,4 Prozent. Bei diesem Wert lag die Quote auch vor einem Jahr.

Bei nur 4,5 Prozent liegt die Quote im Landkreis Neustadt/WN, bei 5,2 Prozent im Landkreis Tirschenreuth. In der Stadt Weiden sind es immer noch 8,0 Prozent.

Thomas Würdinger, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Weiden, spricht insgesamt von einer dezenten Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei verlief die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen SGB II (Grundsicherung) und SGB III (Arbeitslosenversicherung) erneut unterschiedlich.

Mehr Stellen gemeldet

"Rund 1800 Männer und Frauen konnten im März ihre Arbeitslosigkeit beenden. Viele Saisonarbeitslose wurden in den Außenbereichen wieder eingestellt, aber auch in anderen Wirtschaftszweigen wurde neues Personal gesucht", berichtet Würdinger. "Gut qualifizierte Fachkräfte haben mit 1326 gemeldeten Stellenangeboten gute Vermittlungschancen. Im Vergleich zum März 2014 sind dem Arbeitgeber-Service aktuell 17 Prozent mehr Stellen gemeldet. Dieser Trend zeigt sich in ganz Bayern."

2350 Personen älter als 50

Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter Weiden-Neustadt und Tirschenreuth waren Ansprechpartner für insgesamt 6348 arbeitslose Menschen. Davon waren rund 2350 Personen älter als 50 Jahre und 1630 Personen länger als ein Jahr arbeitslos. Mit einem Anteil von 9,7 Prozent lag der Anteil der Menschen mit Behinderungen weiterhin auf einem hohen Niveau.

Im Vergleich zum Februar 2015 sank die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) um 385 auf 3180 Personen. Mit 3170 Personen verzeichneten die Jobcenter ein Plus von 5,0 Prozent im Vergleich zum März 2014. "Die Zahlen im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) stagnieren. Diese Entwicklung ist allen Akteuren auf dem Arbeitsmarkt bewusst", kommentiert Würdinger. "Wir brauchen zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten und gezielte Maßnahmen, um diesen meist langzeitarbeitslosen Menschen dauerhaft zu helfen."

Unterbeschäftigung

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst neben der Arbeitslosigkeit auch die Unterbeschäftigungsquote. Diese lag im März bei 6,7 Prozent. Im Agenturbezirk Weiden umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 1.623 Personen. Dazu zählen Männer und Frauen in Weiterbildungen oder Altersteilzeit sowie Selbstständige, die mit einem Gründungszuschuss gefördert werden und daher nicht arbeitslos im Sinne der Statistik sind.

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in der Region lag weiterhin auf einem hohen Niveau: Die Vermittlungsfachkräfte des Arbeitgeber-Services betreuten rund 1330 Arbeitsangebote, davon 1275 sozialversicherungspflichtig. Mit einem Anteil von über 28 Prozent meldeten die Zeitarbeitsfirmen die meisten Arbeitsangebote. "Insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel werden Fachkräfte gesucht", berichtet Würdinger. "Lediglich 12 Prozent unserer Stellenangebote sind im Helferbereich angesiedelt.

Für Geringqualifzierte ist die Auswahl an geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten damit sehr überschaubar. Dieser Diskrepanz steuern wir mit gezielten Förderprogrammen entgegen. Das Programm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) richtet sich an Arbeitgeber, die ihren ungelernten Mitarbeitern intern die Möglichkeit zur Weiterbildung als Fachkraft anbieten möchten."

Der Berater

Beratung zu diesem Thema bietet Richard Murr, Vermittlungsfachkraft im Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur (Tel.: 0961 409 2241).
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
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