DGB weist Kritik an Mindestlohn zurück: Erst Korrekturen bedeuteten mehr Bürokratie
Zurück zu gerechten Tarifen

Die Kampagnen gegen den Mindestlohn sind völlig neben der Spur.
(räd) "Der Mindestlohn war ist und bleibt richtig." Christian Dietl, Geschäftsführer der DGB-Region Oberpfalz, wird bei diesem Thema vehement. Bei der Jahrespressekonferenz in Weiden bezeichnete er Kampagnen gegen den Mindestlohn als "völlig neben der Spur". Erst durch die geforderten Korrekturen würde der Mindestlohn tatsächlich bürokratisch. Dietl beklagte, dass Unternehmen mit "diversen Tricks versuchen, die Beschäftigten um den Mindestlohn zu prellen". Immer wieder werde etwa die Arbeitszeit reduziert, das Arbeitspensum aber nicht. Auf diese Weise versuchen Arbeitgeber, ihre Lohnkosten trotz des Mindestlohns stabil zu halten.

Der Mindestlohn sei eingeführt worden, weil sich immer mehr Arbeitgeber dem sozialpartnerschaftlichen Modell der Regulierung der Arbeitsbeziehungen verweigerten, das Tarifbindung und Mitbestimmung voraussetzt. Nur noch 28 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft arbeiteten mit Branchentarifvertrag und Betriebsrat, bedauerte Dietl. "Nur wenn dieses Modell wieder zu seinem Recht kommt, können die Herausforderungen der Zukunft, wie Demografischer Wandel, Neue Technologien und Globalisierung, demokratisch und soziale bewältigt werden", bekräftigte der Oberpfälzer DGB-Geschäftsführer. Im Regierungsbezirk fallen laut Dietl fast 20 000 in Vollzeit arbeitende Menschen unter das Mindestlohngesetz, 63 Prozent davon seien Frauen.

Karl Toth von der IG Bau störte sich vor allem an der Ausnahmeregelung für Langzeitarbeitlose. Diese könnten für sechs Monate ohne Mindestlohn beschäftigt werden. Und stünden nach dieser Frist wohl wieder auf der Straße befürchtet er.
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