Diamant soll weiter strahlen

Das Keramikmuseum hat Glanzstücke vorzuweisen und darf deshalb nicht untergehen. Das steht für die Freunde des Keramikmuseums fest und für die Vertreter der Grünen. Nur Stadtrat Karl Bärnklau übernahm den Part der Stadt und verwies auf den Zwang zu Einsparungen. An dem Pressegespräch beteiligt waren (von links): Vorsitzender Konstantin Thomas, Vorstandsmitglied Thomas Kühn, Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol, Stadtrat Karl Bärnklau, Museumsleiterin Stefanie Dietz, Stadtrat Veit Wagner und zweiter Vorsitzend

Die Fans der "Regi" protestieren seit Tagen per Leserbriefen und Internet gegen die Folgen des Sparzwangs. Jetzt melden sich auch die Freunde des Keramikmuseums zu Wort, um ihrer Einrichtung den Rücken zu stärken. Unterstützung erhalten sie von den Grünen.

Weiden. (ps) "Das Keramikmuseum ist ein Diamant im Keller, dessen Strahlkraft wir herausheben müssen", sagt Stadtrat Veit Wagner. Er spricht damit den Freunden des Keramikmuseums aus dem Herzen. Die wollen - angesichts der Sparpläne des Stadtrats - ein breites Bündnis schmieden, um die Bedeutung der Einrichtung wirklich allen klar zu machen. "Wir wollen Gespräche koordinieren, um gemeinsam nach Wegen für die Zukunft des Keramikmuseums zu suchen", sagt Konstantin Thomas, Vorsitzender der "Keramischen", wie die Freunde des Keramikmuseums offiziell heißen.

Wichtig: Vorbildcharakter

Und weiter: "Wir wollen jeden an den Tisch bringen, der einen Beitrag leisten kann." Am Freitagabend ist dies Jürgen Mistol, Landtagsabgeordneter der Grünen. Aber auch seine Landtagskolleginnen Annette Karl (SPD) und Petra Dettenhöfer (CSU) werden in den nächsten Wochen noch erwartet, macht Konstantin Thomas klar. Der zeigt durchaus Verständnis für die finanziellen Zwänge der Stadt. Aber: "In einer Region, die ohnehin nicht privilegiert ist, dürfen wir kein Zweigmuseum schließen, das Vorbildcharakter hat", appelliert er sowohl an die Stadt als auch an den Freistaat. Das Internationale Keramikmuseum und seine Leiterin Stefanie Dietz genießen in Fachkreisen hohe Anerkennung, betont Thomas. Ja, die Arbeit der Einrichtung werde - eben weil sie so ausgezeichnet sei - gerne kopiert. "Hier werden 7000 Jahre Kulturgeschichte anschaulich vermittelt", sagt Thomas. Einmalig in Weiden. Und das solle auch in Zukunft so bleiben. Für das Jubiläumsjahr 2015 - dann feiert das Keramikmuseum 25-jähriges Bestehen - kündigt der Vereinsvorsitzende "ein tolles Programm" an, das von den Vorgesetzten in München voll unterstützt werde.

"Ich schätze die Arbeit sehr, die hier gemacht wird", lobt auch Jürgen Mistol Museumsleiterin Stefanie Dietz. Die Entscheidungsträger warnt er: "Wir dürfen nicht vergessen, wie wichtig Kultur und Bildung für einen Wirtschaftsstandort sind. Sie gelten heute als harte Standortfaktoren." Als Vorzeigeprojekt für die Zweigmuseen des Freistaats habe das Staatsministerium die Weidener Einrichtung gelobt, verwies er auf die Antwort auf seine Anfrage. Der Kooperationswille allein sei allerdings nicht genug. Er sehe den Staat durchaus in der Pflicht, hier finanziell stärker einzusteigen. "Stadt und Staat müssten noch einmal in substanzielle Gespräche einsteigen, um das Keramikmuseum zu erhalten."

Den Part der Stadt vertrat in diesem Gespräch Stadtrat Karl Bärnklau. Die finanzielle Zwangslage zwinge die Stadträte zu Kürzungen, auch wenn sie dies nicht wollten. Die Ausgaben für das Keramikmuseum würden von der Staatsregierung als freiwillige Leistungen betrachtet und diese sollen massiv eingeschränkt werden. Angesichts dieser Situation dürfte es schwierig werden, den 2017 auslaufenden Vertrag weiterzuführen. Bärnklau begrüßte allerdings die Bemühungen des Fördervereins und wünschte ihm viel Erfolg.

"Positives Signal"

Dankbar für die Initiative des Vereins zeigte sich auch Stefanie Dietz, die das Keramikmuseum als ihr Lebenswerk bezeichnete. Die Entscheidung liege letztlich bei der Politik. Auch deshalb wertete sie die vom Förderverein geplanten Gesprächsrunden mit Landtagsabgeordneten als "positives Signal".
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