Die 2850 Seiten der Maron Fuchs

Maron Fuchs hat gut lachen: Die 20-Jährige hat bereits vier Bücher veröffentlicht, zuletzt im Juli "Ballade des Herzens". Der neue Fantasy-Roman von ihr kann jetzt schon verbindlich vorbestellt werden. Er wird im Herbst erscheinen. Es folgen die nächsten Romane im Winter und Frühjahr. Bild: Steinbacher

Kreative Intelligenz hat einen Namen, wenn auch einen Künstlernamen: Maron Fuchs. Die Einserabiturientin kommt aus Weiden, studiert und steht als 20-Jährige vor der Veröffentlichung der Bücher Nummer fünf, sechs und sieben. Die Schriftstellerei ist ihr Hobby, längeres Schreiben mit Stift und Zettel aber unmöglich für sie. Ein Porträt über eine ungewöhnliche junge Frau.

Es ist nicht leicht, intelligent zu sein. Das klingt durch, wenn Maron Fuchs - zu Gast in der Redaktion - von ihrer Schulzeit erzählt: "Ich wurde oft genug wegen meiner guten Noten schräg angeschaut." Also hielt die damals 13-Jährige ihr eher ungewöhnliches Hobby lange geheim: Sie schrieb in ihrer Freizeit ganze Bücher - und ein 1,0-Abitur am Kepler-Gymnasium.

Heute ist Maron Fuchs 20 Jahre alt, studiert Lehramt in Bamberg und arbeitet an der Veröffentlichung der Bücher Nummer fünf, sechs und sieben. Geschrieben ist die Fantasy-Trilogie über "Fiora" längst. Es handelt sich um ihr Erstlingswerk. Verfasst hat sie es damals, als "Kepler"-Schülerin. Mit nur 13 Jahren.

Gerade streicht Maron Fuchs eine Strähne des frisch gekürzten, welligen Haares aus dem Gesicht - und dann liebevoll über eine der 424 Seiten ihres im Juli erschienen Werks "Ballade des Herzens". Der Postbote hat gerade einen Karton mit druckfrischen Exemplaren bei ihr daheim in Neunkirchen vorbeigebracht. "Das dickere Papier macht echt was her. Das sieht so hochwertig aus", schwärmt sie. Auch der Umschlag mit Noten in Herzform, mit Blutspritzern auf Pergamentpapier und mit zwei jungen Menschen, die sich voneinander abkehren, aber dennoch berühren, gefallen der Lehramtsstudentin: "Das ist ein Photoshop-Kunstwerk meines Freundes", sagt sie stolz - und erzählt schon vom neuen Projekt.

Ja, nach einem Buch ist bei Maron Fuchs kurz vor dem nächsten: Gerade feilt sie am Cover einer Fantasy-Trilogie. Der Arbeitstitel des ersten Bandes lautet "Fiora - Vom Schatten ins Licht". 440 Seiten stark ist das Werk, das bereits verbindlich beim Verlag Papierfresserchen vorbestellt werden kann. Im Herbst soll es erscheinen, im Winter und Frühjahr Band zwei und drei folgen, verrät die Weidenerin. 2850 veröffentlichte Buchseiten wird es dann von ihr auf dem Markt geben. Eine Zahl, die die Augen der Neunkirchenerin hinter ihrer Brille im Leoparden-Look leuchten lässt. Dazu springen bei ihrem breiten Lächeln ihre Sommersprossen auf und ab.

"Kepler" und das kleine Pirk

Quirlig kennt auch das Publikum Maron Fuchs. Besonders dankbare Zuhörer findet sie bei ihren Lesungen - von Weiden über Kemnath, Hirschaid in Franken bis in Bergisch-Gladbach bei Köln - im "Kepler". Kein Wunder. Die Schule spielt in ihrem Roman "Eiseskälte" eine zentrale Rolle. Eine Romanfigur beschreibt sie als "tausendmal besser als das Mädchengymnasium oder das Augustinus, diese Schule für Snobs". Die Hilfsbereitschaft der Sekretärinnen wird gelobt, manch ein Lehrer und seine Eigenarten erwähnt. Eigentlich aber geht es um ein Mädchen, das vom Stiefvater in Berlin brutal misshandelt wurde und schließlich in Pirk landet. Ach ja: "Klein, kleiner, Pirk" ist das entsprechende Kapitel überschrieben.

Studieren und schreiben: Ist es das, was die 20-Jährige ausmacht? Nicht nur, insistiert sie: "Ich unternehme viel mit meiner Mutter, meinen Freunden und meinem Freund. Ich mache gern bei Poetry Slams mit, schwimme viel und habe beim Schreiben der Fantasy-Trilogie wieder meine Liebe zum Bogenschießen entdeckt."

Ups. Die junge Frau, die sich bereits mit 18 bei der Veröffentlichung ihres ersten Buches für einen Künstlernamen entschieden hat, um ihr Hobby strikt von der späteren Karriere als Gymnasiallehrerin für Latein und katholische Religion zu trennen, überrascht. Viele hätten wohl eher schlicht auf Lesen als Hobby getippt. "Ja, ja. Ich liebe Sir Arthur Conan Doyles ,Sherlock Holmes' in Originalsprache. Aber insgesamt lese ich inzwischen relativ wenig - aus Angst, Ideen zu klauen."

Dabei scheint sich ein Buch bei Fuchs so schnell zusammenzufügen wie ein Puzzles mit nur zwei Teilen. Stets recherchiert die junge Frau, die zu ihrem Hobby steht, seit sie Bruder und Deutschlehrerin dazu ermutigt haben, akribisch. Für "Eiseskälte" und die darin beschriebenen Selbstverteidigungsübungen nahm sie eigens Kung-Fu-Unterricht. Für Teile des Inhalts in der Fantasy-Trilogie besuchte sie einen Hochschulkurs im Bogenschießen zur Auffrischung ihrer Kenntnisse.

An Uni Sondergenehmigung

Doch zurück ins Hier und Jetzt. Maron Fuchs knöpft die Weste über ihrem sommerlichen Blumenkleid zu, erhebt sich, packt die Exemplare ihrer vier Bücher "Kamillensommer", "Eisige Kälte", "Glühende Hitze" und "Ballade des Herzens" in einen Karton und den unter den Arm. Der Prüfungsmarathon an der Uni Bamberg ist bald geschafft, erzählt sie im Hinausgehen. Endlich bleibe ihr wieder Zeit, Bücher zu schreiben. Dazu wird sie sich dann - wie bei den Uni-Prüfungen dank einer Sondergenehmigung auch - ihr Laptop schnappen. Handschriftlich geht nichts mehr. Warum? Maron Fuchs brach sich sechs Mal das Handgelenk beim Versuch, ein ganz normaler junger Mensch mit den üblichen Hobbys zu sein: Sie stand als Fußballerin des TSV Neunkirchen im Tor - und nicht immer hielt ihr Handgelenk der Belastung zwischen den Pfosten stand.
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