Die Amberger Schiffsräuber
Hintergrund

Schmidmühlen. (bö) Die erste Erwähnung fand Schmidmühlen 1010 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Emmeram. Im Salbuch Herzog Ludwigs des Strengen 1270 war der Ort, der durch die Eisenerzverarbeitung früh zu Bedeutung gelangt war, als Markt und Amt aufgeführt. Im neu geschaffenen Fürstentum Pfalz-Neuburg zählte Schmidmühlen zu den landtagsberechtigten Märkten. An die Anfänge des Herzogtums erinnert eine überlieferte Episode: Während des Landshuter Erbfolgekrieges, am St.-Peter- und Paulstag 1504, überfielen Amberger, die nicht zur "Jungen Pfalz" gehörten, den Markt, während die Einwohner beim Mittagessen waren: "Die Schmidmühlener wurden so überrumpelt, dass es ihnen nicht mehr möglich war, die Tore zu schließen und sich zu wehren. Alles was nicht niet- und nagelfest war, wurde von den Ambergern mitgenommen und 85 Mann wurden als Gefangene abgeführt. 150 Wagen wurden mit Hausrat und Lebensmitteln vollgeladen und abtransportiert. Mit einem geladenen Salzschiff sind sie nach Amberg abgefahren", so wird es berichtet.

Wiedergutmachung erhielten die Vilstaler nicht nur mit dem Schmidmühlener Receß vom 13. Juni 1698, als zwischen Amberg und den Fallinhabern an Vils und Naab die gütliche Vereinbarung geschlossen wurde, um die Zwistigkeiten zu beenden, die es im Streit um das beste Fahrwasser gegeben hatte. So war es auch für Ex-OB Wolfgang Dandorfer 2010 eine nette Geste, zur 1000-Jahrfeier der Marktgemeinde mit einer großen Schokoladentorte in Form eines Salzschiffes nach Schmidmühlen zu kommen, um die Abbitte für die damaligen Schandtaten der Amberger vor über 500 Jahren etwas zu versüßen - ein Ansinnen, das Bürgermeister Peter Braun und sein Marktgemeinderat gerne angenommen haben.

Kurz notiert

Waldbegang zum Thema Buche

Amberg-Sulzbach. "Außer Buche kommt bei mir gar nichts mehr", lautet das Thema des Gratis-Waldbegangs, den das Forstrevier Kastl am Freitag, 7. November, anbietet. Treffpunkt ist die Bushaltestelle in Mühlhausen bei Utzenhofen. Wenn Waldnachwuchs von selbst aufgeht, ist oft die Buche im Jungwuchs so dominant, dass sie andere Baumarten unterdrückt - meint man auf den ersten Blick. Das muss nicht sein. Wie man andere Arten angemessen in der Naturverjüngung bekommt, erläutert Förster Michael Bartl an Beispielen im Wald (Anmeldung nicht erforderlich).

Am Freitag, 21. November, wird es einen Waldbegang zum Thema "Frost, Unkraut Mäuse - Kulturen zum Verzweifeln" geben. Treffpunkt ist das nördliche Ortsende von Guttenberg/Kastl um 14 Uhr.

Trauer Raum geben

Amberg-Sulzbach.Das Trauercafé im Gemeindehaus am Paulanerplatz in Amberg bietet am Mittwoch, 5. November, von 16 bis 18 Uhr die Möglichkeit zur Begegnung und zum Austausch. Betreuung erfolgt durch Hospizverein, Evangelisches Bildungswerk und Katholische Erwachsenenbildung. Diesmal kann um 15.30 Uhr zusätzlich eine Andacht für Trauernde in der Paulanerkirche besucht werden. Informationen unter Tel. 0 96 21/1 24 30.
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