Die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils - Ehenbach (AOVE) kümmert sich um die Menschen in der Region. Sie trägt aber auch
Der Abriss war befohlen

Die Interessenten waren dem Ruf der AOVE gefolgt und ließen sich von Führerin Evelyn Eckl die Geschichte des Frohnbergs erzählen. Bild: hrs
geschichtliches Wissen weiter. Wie im Fall des Frohnbergs, über den es immer wieder Interessantes zu berichten gibt.

(hrs) Früher dürfte laut Wanderführerin Evelyn Eckl anstelle der Kirche eine Burg gestanden sein. Die Wallfahrt zum "Heiligen Berg der Hahnbacher" lasse sich bereits 1665 nachweisen Eine Kapelle werde viel früher, 1467, genannt. Das Patrozinium Sankt Peter werde 1468 erstmals erwähnt. Möglicherweise geht aber die Petruswallfahrt bis in das zwölfte Jahrhundert zurück, als man mit dem Bau der Petruskirchen die Treue zum Papsttum bezeugen wollte.

Jährliche Wallfahrten

Petrus galt als Patron der Fischer, Schiffer, Schlosser und Schmiede. Diese verehrten in jährlichen Wallfahrten auf dem Frohnberg ihren Schutzheiligen. Zwar habe Kurfürst Ottheinrich 1556 den Abriss des Kirchleins befohlen, doch dürfte der nicht ausgeführt worden sein, da auch 1649 nachweislich die Bürger von Sulzbach hier den katholischen Sonntagsgottesdienst feierten. 1654 wurde erstmals eine Muttergotteskapelle erwähnt, die 1715 als die größere der beiden Kirchen auf dem Frohnberg galt. Die kleinere wurde als Lourdes-Kapelle bezeichnet.

An den Gebäuden nagte der Zahn der Zeit. Im Sommer 2013 konnten die zwei Jahre dauernden Renovierungen beendet werden. Durch den unermüdlichen Einsatz des Fördervereins und durch viele Spenden gelang es der Kirchengemeinde Hahnbach, 900 000 Euro an Eigenmitteln aufzubringen. So erstrahlt das Ensemble wieder im neuen alten Glanz. Herausragend ist die barocke Innenausstattung des Gotteshauses.

Anfänge im 12. Jahrhundert

Lang ist auch die Tradition der Bebauung auf dem Frohnberg. Im Jahre 1188 ist der Frohnberg als Hof- und Ministerialenstätte der Grafen von Sulzbach mit einer romanischen Kapelle nachweisbar, die Kirche St. Peter allerdings erst seit 1468. Von der im frühen Mittelalter mit größten Befestigungsanlage, dem Wall-Graben-System, ist heute nichts mehr zu sehen. Eine Wallfahrt gab es bereits vor der Reformation, doch erst nach dem Dreißigjährigen Krieg habe sie groß eingesetzt. Von 1723 bis 1725 wurde die heutige Kirche gebaut. Früher sorgte ein Kirchenwächter für Ordnung. Denn die Wallfahrt hatte Vorrang und nicht die Wirtschaft und die Einkehr. Auch wenn die Wallfahrer durstig waren. Seit 1988 gibt es die neu errichtete Gaststätte. Der Volksmund: "Wo Geist und Seel sich laben, soll der Körper auch was haben."
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