"Die, die Glück bringt"

Wenn Tina Meyer nach Benin reist, wird sie von den Dorfbewohnern herzlich aufgenommen. Über ihr Engagement dort berichtete sie bei einem Vortrag am Elly-Heuss-Gymnasium. Repro: Otto

Tina Meyer hilft da, wo Hilfe gebraucht wird. Seit Jahren unterstützt sie Menschen in Benin - ohne große Spendentöpfe, ohne durchstrukturierten Verein im Rücken. Bei einer Benefizveranstaltung berichtete die Weidenerin nun in Bildern von den Menschen, die dort trotz Armut und klimatischer Widrigkeiten Lebensfreude und Gastfreundschaft bewahrt haben.

Tina Meyers Engagement für Menschen im westafrikanischen Benin begeistert - auch Mädchen aus dem Ethikkurs von Lehrerin Susanne Kopp am Elly-Heuss-Gymnasium. Sie hörten einen von Meyers Vorträgen und beschlossen, die Weidenerin auch an ihre Schule zu holen. Dazu organisierten die Gymnasiastinnen ein buntes Begleitprogramm.

Da muss man was machen

"Da muss man doch was machen" - mit diesem Satz ihres Sohnes begann Tina Meyers unermüdliches Engagement für die Menschen in Benin. Kai erzählte der Mutter von einem Kollegen, der aus dem Land zwischen Togo und Nigeria stammte: "Heute hat mir Simon erzählt, dass in der Regenzeit seine ehemalige Schule eingestürzt ist." "Was soll man denn da machen?", habe sie gefragt. Und machte schließlich selbst etwas. Das oberpfälzische Energiebündel überwand seine Flugangst und reiste 1999 erstmals in das Dorf Tinou. Als Privatperson, ohne großen Verein im Rücken organisiert sie seitdem Geld und sorgt dafür, dass die Unterstützung da ankommt, wo sie gebraucht wird.

Einmal pro Jahr fliegt sie für vier bis sechs Wochen nach Tinou und lebt dort. Nicht in einem schicken Bungalow, sondern in einer kleinen Hütte - kein Strom, kein fließend Wasser. "Die Menschen haben wirklich nicht viel. Aber das, was sie haben, teilen sie. Wenn ich ankomme, bringen mir die Dorfbewohner Obst. Papayas oder Bananen. Nicht nur ein paar, sondern eine ganze Staude." Tina Meyer verteilt die kostbaren Früchte dann an die Kinder. Die freuen sich. "Aber sie würden nicht betteln."

Auch Wasser ist ein knappes Gut und damit ein wertvolles Gastgeschenk. "Aber ich vertrage das Wasser aus dem Dorfbrunnen nicht. Deswegen gieße ich es über den Boden der Hütte. Ein Brauch, der die Ahnen der Menschen ehren soll - das schätzen die Einwohner." Ihr Wasser liegt zwölf Kilometer entfernt von Tinou, keine einfache Strecke, schlechte Straßen. Begleitet wird sie stets von Ezra. "Der passt auf mich auf. Zur Not nimmt er mich auch mal Huckepack, wenn ein Fluss überquert werden muss."

Die Oberpfälzerin bedankt sich ihrerseits mit kleinen Mitbringseln für die gastliche Aufnahme. Kugelschreiber, Gummibärchen oder ein Fußball lösen Begeisterung bei den Kindern aus. Aber auch für das Sammeln von Spenden in Deutschland oder die tätige Mithilfe in Tinou haben die Menschen Tina Meyer in ihr Herz geschlossen. Sogar ein Kind trägt ihren Namen. Sie selbst wird "Fifame" genannt, "die, die Glück, Frieden und Freude bringt". Auf den Bildern, die die Weidenerin gemacht hat, sieht man natürlich auch Dinge, die Mitteleuropäer beunruhigen würden. Beispielsweise ein Krankenhaus, in dem Kinder zur Welt gebracht werden. Tina Meyer betont aber: "Die Sterblichkeitsrate ist hier nicht höher als in Deutschland."

"Aufrichtige Freude"

Die Reise, aber auch der Aufenthalt sind anstrengend, von europäischen Lebensstandards kann man in Benin nur träumen. Warum mutet sich Tina Meyer diese Strapazen zu? "Diese aufrichtige Freude, das Lebensbejahende, obwohl die Leute nichts haben." Es wird wohl nicht die letzte Reise auf den afrikanischen Kontinent gewesen sein. Übrigens: Auch beim Evangelischen Frauenbund berichtete Tina Meyer über ihr Schulprojekt in Benin.
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