Die falschen Kunden

Er hatte sich nicht nur ein zweifelhaftes Geschäftsfeld ausgesucht, sondern auch die falschen Kunden: Nachdem er versucht hatte, Drogen an Polizisten zu verkaufen, musste sich ein 31-Jähriger nun vor Gericht verantworten.

Wegen Einfuhr, Anstiftung zur Einfuhr, Handeltreibens und Erwerbs von Rauschgift verurteilte die 1. Große Strafkammer einen 31-jährigen Neustädter zu vier Jahren Freiheitsstrafe. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte er mehrfach kleine und einige Male auch größere Mengen Methamphetamin aus Tschechien nach Deutschland gebracht oder bringen lassen. Einmal war er Fahrer für einen Komplizen, der 15 Gramm Crystal schmuggelte. Ein anderes Mal ließ er sich von tschechischen Kurieren 50 Gramm an den Bahnhof in Reuth liefern. Diese Menge verkaufte er an zwei Männer, einer von ihnen ein Pizzabäcker, in Weiden, die mittlerweile zu Haftstrafen verurteilt worden sind (wir berichteten). Die Übergabe erfolgte in der Toilette einer Tankstelle.

Übergabe am Friedhof

Den Gewinn aus dem Drogengeschäft teilte er sich mit einem Komplizen. Dazu listete Staatsanwalt Rene Doppelbauer eine ganze Reihe von Kleingeschäften auf, bei denen der 31-Jährige ein bis fünf Gramm ge- oder verkauft hatte. Ins Visier der Fahnder war der Nicht-Vorbestrafte gekommen, als diese das Telefon eines verdächtigen Pizzeria-Betreibers im Landkreis Neustadt/WN abhörten. Bei einem von verdeckten Ermittlern eingefädelten Scheingeschäft flog er dann auf. Er wollte auf einem Friedhof im Landkreis 7,5 Gramm an die Polizisten verkaufen.

Gut beraten von seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Stephan Schütz, gestand der Mann alles und sicherte sich so Pluspunkte beim Gericht. Zudem war er bei er bei der Aufklärung anderer Drogendelikte behilflich gewesen. Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder bescheinigte ihm außerdem eine behandlungsbedürftige Abhängigkeit von Methamphetamin, weshalb das Gericht im Urteil die sofortige Einweisung in eine Entzugsklinik anordnete. Wie von Rechtsanwalt Schütz beantragt, blieben die Richter Reinhold Ströhle und Thomas Hys ein Vierteljahr unter Staatsanwalt Doppelbauers Antrag.
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