Die Freiheit, an Gott zu glauben

Gott ist kein strafender, sondern ein helfender Gott. Doch nicht alle Gläubigen dürfen ihren Glauben auch frei leben. Beispiele dafür zeigte ein Pfarrer-Ehepaar, das erst seit kurzem in Deutschland lebt, beim Festgottesdienst zum Reformationstag auf.

Weiden. (rdo) Der Philipperbrief wirft die Frage auf, wie stellen wir uns das Bild Gottes vor? Erinnerungen an die Kindheit werden wach: Ist Gott ein ferner Mann, sitzt er auf einer Wolke? Es reifte auch die Erkenntnis, er sieht alles und passt auf, dass wir keine Fehler machen.

"Aber weit gefehlt. Er bestraft uns nicht, sondern er begleitet und hilft uns", war die Botschaft des Pfarrer-Ehepaares Maria Goloshchapova und Ruslan Semeniukov. Sie waren die Gastprediger beim Festgottesdienst am Reformationstag in der evangelische-lutherischen Kirchengemeinde St. Michael. Die Abendmahl-Rede wurde in deutscher und russischer Sprache gehalten. Das Pfarrer-Ehepaar erläuterte, dass es schrecklich sei, die Liebe Gottes zu verlieren.

Erst vor ein paar Wochen war das Ehepaar mit zwei Kindern als Spätaussiedler nach Deutschland gezogen, genauer gesagt, zu Verwandten in Landshut. Maria Goloshchapova und Ruslan Semeniukov hatten noch zu Zeiten der sowjetischen Regierung erlebt, dass Kirche im Geheimen stattfinden musste, die Taufe zu Hause erfolgte und der Glaube unter anderem durch die Großeltern am Leben erhalten und verbreitet wurde.

Dekan Dr. Wenrich Slenczka, der den liturgischen Teil gestaltete, nahm diese Ausführungen zum Anlass, um den Anwesenden bewusst zu machen, welche religiöse Glaubensfreiheit die Gläubigen in Deutschland genießen. Er brachte in den Fürbitten auch den Wunsch zum Ausdruck, dass wieder mehr Menschen theologische Berufe anstreben möchten, und er bat um den Beistand und die herzliche Aufnahme der vielen Flüchtlinge und Vertriebenen in der heutigen Zeit.

Aus Kaliningrad nach Landshut

Dekan Slenczka hatte das Pfarrer-Ehepaar Maria Goloshchapova und Ruslan Semeniukov in Petersburg kennengelernt, sie im Theologieseminar unterrichtet und er hatte sich auf die Begegnung zum Reformationsfest in Weiden gefreut. Die Eheleute betreuten in Kaliningrad (ehemals Ostpreußen) eine evangelische Kirchengemeinde mit 600 Mitgliedern.

Für die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes sorgte der Kirchenchor unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.