Die ganz private Energiewende

Auch die neueste Entwicklung bei den LED-Glühbirnen führten die Energieexperten Stefan Korb (links) und Sven Wilhelm von der Firma "ip3" ihren Zuhörern vor. Zudem erläuterten sie das Sparpotenzial bei einem Austausch. Bild: sbü

Seit 2000 hat sich der Strompreis mehr als verdoppelt. Verbrauch vermeiden, Effizienz steigern und vielleicht erneuerbare Energien nutzen, lauten deshalb die drei zentralen Empfehlungen von Energieexperten für Privathaushalte. Oft ist es auch rentabler, nicht zusätzlichen Strom mit Solaranlagen zu produzieren.

(sbü) Stromfresser gibt es viele im Privathaushalt. Doch nicht immer lohnt sich ihr Austausch. In welchen Fällen es sich rechnet, haben die Energieexperten Stephan Korb und Sven Wilhelm von der Firma "ip3" jetzt in einem Vortag in den Räumen der Volkshochschule erläutert. Gerechnet hat sich sicher auch der Besuch des Vortrags für die Zuhörer. Viele sehen ihre Stromrechnung nun mit anderen Augen.

Im Mittelpunkt der langen Reihe von Empfehlungen der Ingenieure Korb und Wilhelm stand die Überprüfung der Beleuchtung in einer Wohnung oder im Haus. "Eine einzige herkömmliche 60 Watt-Glühbirne kostet innerhalb von zehn Jahren bei täglich drei Stunden Beleuchtung 135 Euro", rechneten die Fachleute vor. Dagegen stünden 31 Euro bei einer gleich hellen LED-Birne. Hochgerechnet auf die gesamte Beleuchtung lohne sich schon nach zwei bis drei Jahren die komplette Umrüstung auf LED-Glühlampen. "Man soll sich von dem höheren Anschaffungspreis nicht täuschen lassen", empfahlen die Referenten.

Raus mit altem Trockner

Ähnliche Summen könne man auch durch den Austausch älterer Heizungs-Umwälzpumpen durch hocheffiziente 7-Watt-Pumpen einsparen. Jährliche Stromkosten von rund 9 Euro stünden 125 Euro im Falle älterer 140-Watt-Pumpen gegenüber. "Auch hier amortisieren sich die Investitionskosten innerhalb von wenigen Jahren", sagten die Experten.

Und sie rechnen den Zuhörern auch noch andere Stromfresser vor: "Ein Mal Duschen kostet bei elektrischer Warmwasseraufbereitung rund 50 Cent, bei Öl- oder Gaserwärmung ungefähr nur die Hälfte." Oder: "Ein älterer Wäschetrockner der Effizienzklasse C sollte, auch ohne dass er reparaturbedürftig ist, ausgetauscht werden." Absolut richtig seien auch Ratschläge, die sogenannten Standby-Schaltungen abzustellen, eventuell auch durch schaltbare Steckerleisten. Für den Durchschnittshaushalt errechneten die Experten hier ohne Abschaltung 116 Euro Stromkosten pro Jahr.

Rund ums Kochen wurde empfohlen: kleinstmögliche Töpfe, passende Herdplatten, Schnellkoch- oder Thermotöpfe, Backofen nicht vorheizen, kleine Gerichte in Mikrowelle, Herdplatten zum Ankochen auf höchste Stufe schalten.

Generelle Empfehlungen gab es am Abend ebenfalls: "Beobachten Sie regelmäßig Ihren Stromverbrauch", hieß ein Ratschlag. Ein anderer lautete: "Kaufen oder leihen Sie sich einen Energiemesser." Geräte zum Energiemessen zwischen Steckdose und Stecker zeigen Verbrauch und Kosten an und geben Hinweise, ob sich ein Austausch rentiert.

Effizienzklasse begutachten

Gelernt hat man auch, dass das regelmäßige Ausschalten dem PC nicht schadet und dass der Kühlschrank nicht neben der Heizung oder in direkter Sonneneinstrahlung stehen soll. Waschmaschinen sollten immer maximal gefüllt werden, Tiefkühlschränke mit Schubladen seien besser als Truhen. Und: bei Neugeräten unbedingt auf die Effizienzklassen schauen.
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