Die Geschichte von Manuel

Der Kampf um Auszubildende tobt längst. Auch leistungsschwächere Bewerber haben deshalb gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Vorausgesetzt sie gleichen Qualifikationsdefizite aus. Und das geht - dank abH. Das sind ausbildungsbegleitende Hilfen.

(sbü) "Ohne abH hätte ich die bisherige Ausbildung nicht geschafft", sagt Manuel Hauer, Auszubildender im dritten Lehrjahr für den Beruf des Einzelhandelskaufmanns.

Manuel steht kurz vor den letzten Prüfungen und ist sehr zuversichtlich, sie erfolgreich zu bewältigen. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, die der ehemalige Förderschüler vor allem in Rechnungswesen hatte. Hier halfen ihm die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH), die er seit zweieinhalb Jahren kostenfrei in Anspruch nimmt. Die Folge: Der zweite Teil der Abschlussprüfungen im April ist bestanden, der Ausbildungsbetrieb hat die Übernahme zugesichert. Die Geschichte von Manuel ist aber nur ein Beispiel für den Erfolg des Programms abH. Gefördert durch die Arbeitsagentur Weiden bietet das Kolping-Bildungswerk Ostbayern für Auszubildende mit fachlichem oder persönlichem Unterstützungsbedarf kostenlose und gezielte Hilfen während der Lehrzeit an. "Über 90 Prozent unserer Teilnehmer bestehen die Abschlussprüfungen", berichten Elisabeth Weiß und Hans-Jürgen Förster vom Kolping-Bildungszentrum Weiden.

Frühzeitig anfragen

389 Jugendliche seien seit Herbst 2013 in diese Maßnahmen eingetreten. Die aktuelle Teilnehmerzahl liege bei 175. Unterstützt würden derzeit Jugendliche in 61 verschiedenen Ausbildungsberufen in insgesamt 115 Betrieben. Die meisten Jugendlichen kommen aus dem Elektrobereich und den Metallberufen und suchen Hilfe. Standorte für abH seien Weiden, Grafenwöhr und Vohenstrauß.

"Wir könnten noch mehr Jugendliche unterstützen, doch nicht alle Betriebe oder Auszubildenden kennen uns", erklären die Vertreter der Kolping-Bildungswerks. Werner Rustler ist bei Kolping als Teamleiter für die fachliche und Maria Zemla für die sozialpädagogische Unterstützung der Jugendlichen zuständig. Beide berichten im Pressegespräch über ihre Erfahrung mit abH. Im Regelfall erhielten die Jugendlichen drei Stunden Zusatzunterricht pro Woche. Vor den Prüfungen könnten dies auch bis zu acht Stunden sein. In den 57 Lerngruppen könnte sehr individuell geholfen werden. Sozialpädagogische Betreuung gibt es während der gesamten Ausbildung. Das Problem: Oft bitten Jugendliche erst sehr spät um Hilfe, berichteten Rustler und Zemla. "Manche kommen sogar erst kurz vor der Prüfung." Auch Franz Kiener, Teamleiter bei der Arbeitsagentur, bittet deshalb Betriebe und Jugendliche sich bei Bedarf möglichst frühzeitig zu melden.

Ansprechpartner sind zuerst die Berufsberater oder das Kolping-Bildungswerk, aber auch Berufsschulen, IHK und HWK informieren. Und das lohne sich: "Denn für die Betriebe entstehen keine Kosten und manchener Ausbildungsabbruch kann verhindert werden", erklärt Kiener.
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