Die heißen Eisen

Simone Schaller.

Was ist mit "h&m"? Was ist mit Wöhrl? Bleiben die Weidener Modegrößen an Ort und Stelle - oder wechseln sie mit Hurra in die neue Einkaufsgalerie?

(ca) "Es ist nicht unsere Absicht, die Max-Reger-Straße leer zu mieten", kommentiert Fondara-Vorstand Thomas Schumacher gegenüber dem NT entsprechende Befürchtungen von Fritz-Dieter Doenitz (BI "Unsere Stadt"). Es gäbe noch keine Verträge mit künftigen Mietern. Beim Erörterungsabend ermahnt Schumacher aber die Eigentümer der Max-Reger-Straße. "Machen wir uns nichts vor: Die Stadt unterliegt Trading-Down-Effekten." Hier müsse Geld in die Hand genommen werden. Als leuchtendes Gegenbeispiel führt er die engagierten Geschäftsleute am Alten Rathaus an, nennt Sonna und Sebald. Alle sind sie da.

Wöhrl-Niederlassungsleiter Klaus Neumeier lässt am Rande der Veranstaltung "alles offen": Aktuell sei man am Unteren Markt sehr zufrieden, aber der Standort komme "natürlich" auf den Prüfstand. "Für die Zukunft ist jede erdenkliche Möglichkeit denkbar." Sprich: alter Standort, Stadtgalerie - oder beides.

Parkhaus: Eine Anwohnerin erhebt für die fünf Parteien des Altstadthauses in der Sedanstraße 16 die Stimme, das zuletzt aufwändig saniert wurde. Jetzt ist genau gegenüber die Ausfahrt aus dem Parkhaus geplant. "Wir sind darüber sehr erschrocken." Es wird mit 2900 Autos täglich gerechnet, die hier ausfahren. "Ich weiß nicht, wie man hier weiter wohnen soll." Sie regt eine Versetzung der Ausfahrt ein Stück in Richtung Josefshaus an, auf Höhe einer unbebauten Fläche. Schumacher verspricht eine Untersuchung: "Es ist noch nichts in Stein gemeißelt."

Ver- und Entsorgehof in der Goethestraße: Gleich mehreren Rednern ist er unheimlich. Bert Roscher: "Wie viele Lkw sollen da täglich reinfahren?" Simone Schaller von Agenda 21 sieht das Evangelische Vereinshaus in Mitleidenschaft gezogen.

Laut Ingenieur Michael Angelsberger handelt sich um einen geschlossenen Ver-und Entsorgehof (nicht offen wie bei Hertie). "Der Lkw fährt rein, dann geht die Tür zu. Und es ist nicht so, dass da permanent 12-Tonner kommen."

Fondara-Vorstand Schumacher hebt den regen Austausch mit der Pfarrei St. Michael hervor. Immerhin gehe auch die geplante Brücke über evangelischen Grund. Momentan sei das Vereinshaus nicht behindertengerecht zu erreichen: "Das wird gelöst." Besucherwege verschieben sich: "Es wird eine neue Achse entstehen, an der Stelle, wo die Leute aus dem Parkhaus kommen. Da liegt auch ein Eingang zur Galerie - und zwar kein Micki-Mausi-Eingang."

Kino: Das Kino ist zweigeschossig, 8 Säle, 1060 Plätze. Das weckt Bedenken bei Dr. Axel Poy: "Das wird sehr schwierig für unsere alteingesessenen Weidener Kinodynastien." Die Antwort des Fondara-Vorstands: "Es ist sicher nicht von der Hand zu weisen, dass drei Kinocenter wohl eines zu viel sind. Welches, wird der Markt entscheiden." Er merkt an, dass viele der 200 000 Kinogänger derzeit im Umland ihre Filme gucken.

Mohren-/Weißenburger Straße: Die Mohrenstraße wird teilweise aufgelöst, ein Teil wird Fußgängerzone, ebenso wie die Weißenburger Straße (C&A, Stangl & Taubald). Nur Anlieger können weiter zufahren. "Hier gibt es Eigentümer, die ihre Rechte haben. Unabänderlich", betont Schumacher. Er widerspricht Dr. Herbert Klein von der BI, der in diesem Bereich "Hinterfassadencharakter" fürchtet. "Das stimmt nicht. Sonst würde man das nicht zur Fußgängerzone machen."

Sedanstraße: "Wie passt das zusammen?", fragt Dr. Klein. Für ihn beißt sich die Ausfahrt aus dem Parkhaus in die Sedanstraße - mit der geplanten Verkehrsberuhigung von Sedanstraße/Issy-Platz für eine durchgängige Altstadt. Bürgermeister Jens Meyer kündigt eine Diskussion am Montag im Stadtrat an. Er ist für einen mehrmonatigen Probelauf ab Januar: "Es wird nichts passieren, ohne dass es vorher ausprobiert wurde."
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