Die Lösungsidee: Mengenmonitoring

Was kann helfen gegen das Überangebot an Milch auf dem Markt, das den Preis drückt? Die Forderung des Bauernverbands, dass der Staat die Übermengen ab einer bestimmten Preisgrenze (21 oder 26 Cent) aufkauft und einlagert, scheint den BDM-Leuten allenfalls als Sofortmaßnahme sinnvoll, nicht als nachhaltige Strategie. "Das ist ein Hustenbonbon und keine Heilung", formuliert es Jürgen Pirner bildhaft.

Der BDM setzt dagegen auf das Konzept des Mengenmonitorings. Das funktioniert etwa so: Eine Monitoringstelle beobachtet den Milchmarkt und greift frühzeitig ein, wenn das Angebot zu stark wächst. Eines ihrer Instrumente zur Krisenintervention wäre etwa ein finanzieller Anreiz zum freiwilligen Lieferverzicht. Die Mittel dafür müsste nicht der Steuerzahler aufbringen, sondern sie lägen als Superabgabe-Zahlungen der vergangenen Monate bereits in einer Höhe von 900 Millionen Euro vor. Daneben ist auch eine Erzeugerumlage im Gespräch.

"Die Monitoringstelle selbst ist auf EU-Ebene bereits eingerichtet", sagt Georg Rauch. "Aber sie hat noch nicht die Macht, irgendwelche Maßnahmen durchzusetzen." Dafür gibt es einen schönen Namen: Marktverantwortungsprogramm. Damit könnte man die Milchmenge auf dem Markt für eine begrenzte Zeit deckeln. Die Frage ist, wer das durchsetzen soll, wenn die Bauern die Einzigen sind, die ein Interesse an einem höheren Milchpreis haben. (ll)
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