Die Welt gerät aus den Fugen

Die Anschläge von Paris waren auch am Totensonntag nicht vergessen: "Fassungslos stehen wir vor dieser Gewalt, diesem Hass, dieser Unmenschlichkeit", bekannten die Geistlichen. Wer Nachrichten verfolge und Zeitungen lese, dem vermittele sich das Bild einer Welt, die aus den Fugen geraten ist.

Zur Gedenkfeier am Ehrenmal in Neunkirchen am Vorabend des Totensonntags versammelten sich die Vereine mit Fahnenabordnungen, die Pfarrer Armin J. Spießl und Andreas Ruhs, Stadträte und Bürger. In seiner Rede sprach Oberbürgermeister Kurt Seggewiß von der Terrormiliz "Islamischer Staat", die mit immer mehr Schreckensmeldungen von sich reden mache - wie eine Woche zuvor in Paris. "Was geht in den jungen Menschen vor, die auch in Deutschland oder anderen freiheitlichen Staaten aufwuchsen? Warum fallen sie einer fanatischen Propaganda anheim?", fragte der Oberbürgermeister.

Dass die Welt von so vielen, von oft langanhaltenden Krisen geschüttelt werde, mache sich nicht zuletzt an der steigenden Zahl an Flüchtlingen fest. "Das Schicksal der Menschen die vor Bürgerkrieg und Verfolgung, vor Terror und bitterster Armut fliehen, darf uns nicht gleichgültig lassen." Das Stadtoberhaupt kritisierte die Flüsterer mit ihren Aussagen: "Die Stimmung kippt."

Seggewiß blickte auch zurück: "Genau diese Gedenktage im November sind in unserer Gegenwart wichtig, um zu erinnern an die Gräuel der nationalsozialistischen Bewegungen, die in Deutschland passierten und die es nie wieder geben darf. So gedenken wir heute traditionell der Soldaten und Zivilisten, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben verloren hatten."

Die Gedenkfeier umrahmten die Kirchenchorgemeinschaft Mantel/Neunkirchen unter der Leitung von Brigitte Kreuzer (mit den Liedern "Von guten Mächten treu und still umgeben" und "Meine Zeit liegt in deinen Händen") und der evangelische Posaunenchor, der auch die Deutschlandhymne spielte.

In Anlehnung an den vorangegangenen ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche zitierte der Oberbürgermeister die Bibelstelle "Selig die Menschen, die Frieden stiften". Im ehrenden Gedenken legte Seggewiß einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder.
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