Die Zukunft der Pfarrer-Arbeit

In Weiden tagte die Arbeitsgemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern drei Tage lang. OB Kurt Seggewiß (Mitte) empfing die Delegierten um Vorsitzenden Karlhermann Schötz (rechts) und Dekan Dr. Wenrich Slenczka. Bild: uz

Der Blick geht weit voraus: Mit der Arbeit von Pfarrern in den nächsten 10 bis 20 Jahren will sich die Arbeitsgemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern beschäftigen. Dazu trafen sich nun 80 Mitglieder in Weiden.

Beim Empfang der Delegierten im Restaurant der Max-Reger-Halle machte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß überraschende Parallelen zwischen seinem Beruf und dem des Pfarrers aus: "Auch wir sind die ganze Woche unterwegs und haben kein Wochenende." Gleichzeitig betonte Seggewiß das gute Miteinander von evangelischen und katholischen Christen in Weiden. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts seien alle wichtigen Positionen in der Stadt paritätisch besetzt gewesen. "Wir hatten einen katholischen und evangelischen Bürgermeister, Kämmerer und so fort."

Der Rathauschef erinnerte an das Simultaneum und - sehr zur Belustigung der Gäste - an die Apotheke mit den katholischen und protestantischen Eingängen. Bis zum Bau der Eisenbahn sei der Anteil der beiden Konfessionen "50 zu 50" gewesen. Erst mit Inbetriebnahme des Ausbesserungswerks sei das Verhältnis zugunsten der Katholiken gekippt.

Gutes Miteinander

Seggewiß unterstrich aber das nach wie vor "wunderbare Miteinander". Was auch Dekan Dr. Wenrich Slenczka bestätigte. "Wir haben hier ein fantastisches Verhältnis in und zur Stadt." Was natürlich auch daran liege, dass die Protestanten schon immer in Weiden beheimatet gewesen seien. Der Dekanatsbezirk umfasse 35 Gemeinden mit 24 Pfarreien. Allein St. Michael betreue 6000 Gemeindeglieder.

Vor allem in der evangelischen Ur-Pfarrei Neunkirchen herrsche noch die "heile Welt der Kirche, wie man sie eigentlich kaum noch kennt". Denn: Junge Familien in der Stadt zu erreichen, sei nicht einfach. Auch wenn die kirchliche Bindung in der Region noch sehr hoch sei.

Der stellvertretende Arbeitsgemeinschaft-Vorsitzende Karlhermann Schötz aus Sulzbach-Rosenberg betonte, dass das Dekanat Weiden für den einen oder anderen Pfarrer das Sprungbrett gewesen sei. Die Arbeitsgemeinschaft tagte bis Mittwoch im Haus der Evangelischen Gemeinde. Zur Arbeitsgemeinschaft gehören Evangelisch-Lutherische Gesamtkirchengemeinden mit ihren Kirchengemeindeämtern und Dekanatsbezirke mit Sitz einer Verwaltungsstelle.

Ziel ist es, die Verwaltung der mittleren Ebene zu sichern und zu stärken. Schwerpunktthema ist eine geplante Reform der kirchlichen Verwaltung. Das Hauptreferat dazu hielt Oberkirchenrat Dr. Hans-Peter Hübner aus München. Darüber hinaus informierte Oberkirchenrat Dr. Stefan Ark Nitische aus Nürnberg über das Berufsbild Pfarrerin und Pfarrer.

Weiden kennengelernt

Daneben stand für die 80 Gäste aus dem ganzen Freistaat eine Stadtführung mit Stadtarchivarin Petra Vorsatz auf dem Programm. Dazu eine Orgelführung mit Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser in St. Michael.
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