Diese sucht Schuld bei sich - Brandstiftung in Brand - 32-Jähriger zu Haft verurteilt
Brennen für eine Frau

Hat ihn der Teufel geritten? Oder war es der Alkohol? Nach einem Beziehungsstreit mit der Freundin zündete ein 32-Jähriger deren Scheune an. Nur das schnelle Eingreifen der Feuerwehr verhinderte, dass die Flammen auf benachbarte Wohnhäuser übergriffen. Das hölzerne, landwirtschaftlich genutzte Gebäude brannte völlig ab. Nun verurteilte das Schöffengericht den Geschiedenen wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung zu zweieinhalb Jahren.

Der Vorfall ereignete sich im Mai dieses Jahres in Brand im Landkreis Tirschenreuth. Der gelernte Mauerer musste sich von seiner Lebensgefährtin Vorhaltungen wegen seines Bierkonsums und wegen einer verlorenen Arbeitsstelle machen lassen. Spät am Abend, schwer alkoholisiert, kündigte er ihr per SMS an, dass er jetzt "in den Knast gehen" werde. Er tränkte einen Strohballen mit Motorsägen-Benzin und steckte damit den Schuppen in Brand. Die zwei darin untergebrachten Pferde hatte er vorher ins Freie gelassen. Glücklicherweise bemerkten Gaststättenheimkehrer den Brand schnell und alarmierten die Feuerwehr, die sich jedoch nur noch darauf konzentrieren konnte, die direkt angrenzenden Häuser zu schützen.

Im Zeugenstand berichteten die Nachbarn von den Hitzeschäden. Unter anderem waren Fassaden und Kunststofffenster geschmolzen. Insgesamt war ein Sachschaden von etwa 30 000 Euro zu beklagen. Als Zeugin trat neben dem Feuerwehrkommandanten und den Polizisten, die den Täter in der Nähe der Brandstelle festgenommen hatten, auch die, mittlerweile mit dem Angeklagten verlobte 25-Jährige auf. Sie versicherte, dass sie ihrem Freund vergeben habe und mit ihm "ganz neu anfangen" wolle. Eigentlich sei sie selbst schuld an dem Vorkommnis. "Hätte ich nicht so gestichelt, wäre das alles nicht passiert", klagte die Frau. Staatsanwältin Claudia Stingl hielt dem geringfügig Vorbestraften sein umfassendes Geständnis zugute. Auch dass er die Tiere vor der Brandstiftung frei gelassen hatte, rechnete sie ihm an. Jedoch sei auch die Gefahr für die Allgemeinheit zu berücksichtigen. Stingl beantragte die schließlich von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl ausgesprochene Strafe.

Rechtsanwalt Tobias Konze plädierte auf zwei Jahre mit Bewährung. Mildernd möge man seinem Mandanten anrechnen, dass seine Freundin damals mit ihren Sticheleien "Öl ins Feuer gegossen habe". Richter Heindl begründete sein Urteil "ohne Bewährung" damit, dass es sich um eine "gemeingefährliche Straftat" handele. Nur mit großem Glück sei nicht mehr passiert. Und als Vater von drei Kindern aus drei Beziehungen werde der Verurteilte niemals für die Schäden aufkommen können.
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