Donum Vitae gibt werdenden Eltern Tipps - Steuerliche Vergünstigungen
Geld für Mama und Papa

Donum Vitae Referentin Andrea Käs-Wendel von Lehenstein erläuterte die staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten für Eltern. Bild: Dobmeier
Einen Einblick über rechtliche sowie finanzielle Aspekte vor und nach der Geburt eines Kindes gab es am Donnerstagabend in der Vortragsreihe "Wir werden eine Familie" bei der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen Donum Vitae. Dabei machte Sozialpädagogin Andrea Käs-Werndl von Lehenstein zukünftige Eltern darauf aufmerksam, dass sie viele Fristen beachten müssen.

Werdende Mütter dürfen sechs vor und acht Wochen nach der Entbindung in den Mutterschutz. Dazu gibt es das Mutterschaftsgeld. Die finanzielle Hilfe beläuft sich auf 13 Euro pro Tag. Verdiene die Frauen in einer Anstellung mehr Geld am Tag, muss der Arbeitgeber die Differenz bezahlen. Ist eine Arbeitnehmerin privat- oder familienversichert erhält sie einen einmaligen Betrag von bis zu 210 Euro. Um Papa und Mama zu entlasten, unterstützt der Staat mit Kindergeld von monatlich 184 Euro für das erste und zweite Kind, 190 Euro für das dritte und 215 Euro für jedes weitere Kind.

Bis zu 14 Monate nach der Geburt eines Kindes können sich Eltern von der Arbeit mit der Elternzeit freistellen lassen, ohne größere finanzielle Einbußen zu haben. Wenn die Eltern die vollen 14 Monate in Anspruch nehmen, müssen sich beide für mindestens zwei Monate freistellen lassen. Möchte nur ein Elternteil die Elternzeit nutzen, zahlt der Staat das Geld 12 Monate aus. Es werden mindestens 65 Prozent des Gehaltes ersetzt, wenigstens 300 Euro und maximal 1800 Euro.

Alleinerziehende dürfen 14 Monate Elterngeld beziehen. Teilzeitarbeit ist erlaubt, aber das Gehalt wird dem Elterngeld abgezogen. Wer vor der Elternzeit in keinem Arbeitsverhältnis stand kann nur 12 Monate lang Elterngeld beziehen.

Der Kinderzuschlag greift bei niedrigem Einkommen. Er beträgt 140 Euro pro Kind und wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt. Mit dem Wohngeld (Zuschuss zur Miete und Heizkosten) soll verhindert werden, dass Familien mit einem geringen Einkommen auf Arbeitslosengeld II zurückgreifen müssen. Die Höhe ist abhängig vom Einkommen und von der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen. Anträge auf Wohngeld gibt es bei den Gemeinden.

Der Unterhaltsvorschuss soll Alleinerziehende unterstützen, wenn die Unterhaltszahlen des anderen Elternteils ausbleiben. 133 Euro für Kinder unter sechs Jahren und 180 Euro für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren gibt es als Unterstützung. Gezahlt wird allerdings nur bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres und maximal sechs Jahre lang. Den Unterhaltsvorschuss gibt es zuzüglich zum Kindergeld. Für den Antrag sind die Jugendämter zuständig.

Zwei Drittel der Betreuungskosten von Kindern zwischen 0 und 14 Jahren - bis zu 4000 Euro maximal jährlich - sind steuerlich als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar. Ist aber nur einer berufstätig oder niemand, können die Kosten nur vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr abgesetzt werden. Der Kinderfreibetrag beläuft sich auf 4368 Euro für Ehepaare und die Hälfte für Alleinerziehende. Viel Kommunen bieten vergünstigtes Bauland für junge Familien an. Während einer Schwangerschaft sollte eine Beschäftigte nicht kündigen, um ihre Rechte zu wahren. Sie sollte auch keine Vertragsaufhebungen unterschreiben, hieß es in der Diskussion.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2014 (8409)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.