Donum Vitae informiert über neues Beratungsangebot rund um vertrauliche Geburt
Unter Pseudonym entbunden

Eine vertrauliche Geburt ist der Situation vorzuziehen, dass eine Frau irgendwo medizinisch unbegleitet ein Kind zur Welt bringt.
Die vertrauliche Geburt ist die Alternative zur Babyklappe. Ein Gesetz ermöglicht sie seit Mai 2014. Einen Fall gab es bereits in der Region Weiden/Neustadt/Tirschenreuth: Eine Frau brachte im Krankenhaus ihr Baby auf die Welt und keiner kannte den Namen der Mutter - bis auf Andrea Käs-Werndl von Lehenstein. Als Beraterin bei Donum Vitae kümmert sich die Diplom-Sozialpädagogin um Frauen, die eine heimliche Schwangerschaft durchleben.

50 vertrauliche Geburten listet die Statistik für 2014 deutschlandweit auf, sagt Käs-Werndl von Lehenstein in einem Pressegespräch der Beratungsstelle Donum Vitae über die Aktivitäten 2014. Allen gemein ist die Anonymität. Keine Angehörigen, Chefs, Behörden oder Krankenkassen erfahren etwas von der Schwangerschaft. Obendrein gibt es eine einfühlsame Begleitung. All das leistet die Sozialpädagogin bei Donum Vitae dank einer speziellen Ausbildung. "Im Idealfall kommen die Frauen vor der Geburt zu uns", sagt Käs-Werndl von Lehenstein. Meist aber informiert erst das Krankenhaus die Beratungsstelle über eine vertrauliche Geburt, bedauert sie. Die Einrichtung ist dazu gesetzlich verpflichtet.

In der Folge organisiert und steuert die Beraterin von Donum Vitae das Verfahren. "Zuerst aber versuche ich, Wege aufzuzeigen, so dass die Anonymität aufgegeben werden kann." Gelingt dies nicht, wird über den Ablauf der vertraulichen Geburt informiert: "Ich als Beraterin bin dabei die Einzige, die den Namen der Mutter kennt." Dieses Wissen ist nötig, um den sogenannten Herkunftsnachweis auszustellen, der an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben nach Köln geschickt wird. Dort kann das über entsprechende Stellen an Adoptiveltern vermittelte Kind mit 16 nach der Identität seiner leiblichen Mutter fragen - sofern sie das nicht zu verhindern versucht. Liegen schwerwiegende Gründe vor, geht das. Wie die aussehen? "Das weiß ich nicht. Das zeigt sich in 15 Jahren. Noch ist alles Theorie. Das Gesetz ist brandneu", sagt die Sozialpädagogin. Fest steht: Über jeden Streitfall entscheidet ein Gericht.

Drei Jahre noch können die beiden Möglichkeiten "vertrauliche Geburt" (mit Herkunftsnachweis) und "anonyme Geburt" (Babyklappe ohne Nachweis und medizinische Betreuung) genutzt werden. Die Auswertung von Evaluationen soll über das künftige Angebot entscheiden. Die Beraterin ist da voreingenommen: "Eine vertrauliche Geburt ist der Situation vorzuziehen, dass eine Frau irgendwo medizinisch unbegleitet ein Kind zur Welt bringt."

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/vertrauliche-geburt
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