Dort, wo die Kuh steppt

Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM) spendierte jedem bayerischen Regierungsbezirk ein Milch-Graffito. Für die Oberpfalz ist die Arbeit "MILK Cow" direkt an der Staatsstraße 2120 auf der Wand einer Maschinenhalle der Kümmersbucher Landwirtsfamilie Weiß entstanden. Bilder: LVBM (2)

Blaue Kuh auf rosa Grund. Sie scheint es eilig zu haben, ihre Milch vor Sonnenuntergang loszukriegen. Womöglich hat sie noch etwas vor. Ihr Bauer auf jeden Fall. Er will Milchproduzent bleiben.

Seit Kurzem prangt in Kümmersbuch bei Hahnbach ein großflächiges Werk eines Sprayers auf der westlichen Giebelseite der Maschinenhalle der Landwirtsfamilie Weiß. Die Polizei hat sie nicht gerufen, denn dieses Bild ist Absicht. Volle Absicht. Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM) hatte zu dem Künstlerwettbewerb "Milch" aufgerufen. Das ist ein Ergebnis davon.

Zuschlag für JEroo

In Kooperation mit dem Graffiti-Verein "Die Bunten" war diese öffentlichkeitswirksame Aktion ausgelobt worden. Außer der thematischen Vorgabe gab es für die Teilnehmer keine Einschränkungen, auch hinsichtlich der gestalterischen Ansätze. Parallel zu der Ausschreibung wurden Bayerns Landwirte eingeladen, freie Wandflächen zur Verfügung zu stellen. Pro Regierungsbezirk sollte ein Werk entstehen, nach Möglichkeit gut einsehbar, um ein breites Publikum zu erreichen. Diese Vorgaben erfüllte die von der Familie Weiß vorgeschlagene Wand auf jeden Fall. Sie liegt direkt an der Staatsstraße 2120 Amberg-Vilseck. Per Juryentscheidung und eines Online-Votings wurde unter sieben eingereichten Skizzen die "Fliegende Kuh mit der roten Sonne" (Arbeitstitel) von Christoph Ganter, in der Graffiti-Szene als JEroo bekannt, ausgewählt.

"Schwungvollste Kuh"

Er arbeitet als Lehrer und ist aus Stuttgart angereist, um seinen Entwurf umzusetzen. Binnen einen Tages hat er das rund 40 Quadratmeter große Werk, das nun offiziell "MILK Cow" heißt, fertiggestellt. Der Schaffenprozess kann in den nächsten Tagen als Clip unter Homepage-Adresse www.milchland-bayern/streetart abgerufen werden.

"Sie stellt mit Sicherheit die schwungvollste Kuh der Oberpfalz dar", lobte Hahnbachs Bürgermeister Bernhard Lindner das dynamische Graffito. Kunst und Landwirtschaft fänden so "eindrucksvoll zueinander". Ausgangspunkt des Street-Art-Projektes war der Wunsch der LVBM, dass sich Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Thema "Milch" auseinandersetzen. Dazu gelte es, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Außerdem wollten die Milchbauern plakativ unter Beweis stellen, dass sie modern und aufgeschlossen sind.

In den sechs anderen bayerischen Regierungsbezirken sind Graffitis der Künstler Loomit, Codeak, Nuk, Sone, LoonyLobster und Nea entstanden, Auch sie können per Homepage angeschaut werden.
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