Dr. Claudia Greipl informiert über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Auf den Notfall vorbereitet

Vorsitzende Pauline Fenzel (links) dankte Notarin Dr. Claudia Greipl für ihr Referat über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung mit Orchideen. Bild: Dobmeier
Weiden. (rdo) Jeder kann durch eine Krankheit plötzlich in eine Situation kommen, in der fremde Personen für ihn entscheiden müssen. Damit jeder sicher sein könne, dass die persönlichen Angelegenheiten im Ernstfall so geregelt werden, wie er es sich wünscht, sollte er in gesunden Tagen Vorsorge treffen - durch Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung.

Pauline Fenzel, Vorsitzende der Selbsthilfegruppe Lymphome und Leukämie Weiden, hatte als Referentin zu diesem Thema die Notarin Dr. Claudia Greipl ins St.-Michaels-Zentrum geladen. Die Vorsorgevollmacht gelte als Generalvollmacht, die sämtliche vermögens- und privatrechtlichen Angelegenheiten des Vollmachtgebers erfasse, erklärte Dr. Claudia Greipl. Die Vollmacht vermeidet die gerichtliche Bestellung eines Betreuers und ermöglicht dem Bevollmächtigten über Immobilien oder auch Bankguthaben des Vollmachtgebers zu verfügen. Ebenso kann hier die Zustimmung oder Ablehnung für medizinische Behandlungen geregelt werden.

Mit einer Betreuungsverfügung wird eine oder mehrere Personen gegenüber dem Betreuungsgericht benannt, für den Fall, dass ein Betreuungsverfahren notwendig wird. An die Bestimmung ist das Gericht gebunden, so dass auch hier ein Schutz vor Fremdbetreuung sichergestellt ist, sagte die Notarin. Wie man in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchte, das wird in der Patientenverfügung geregelt. Hierbei dürfen auch eigene Wertvorstellungen sowie die Einstellung zum Leben und Sterben und etwaige religiöse Anschauungen Niederschrift finden. Sinn der Verfügung ist die Patientenautonomie.

Grundsätzlich muss für die Erteilung einer Vorsorgevollmacht keine besondere Form eingehalten werden. In bestimmten Fällen, insbesondere im Grundstücksverkehr, beim Handelsregister oder bei Verbraucherkreditverträgen ist jedoch eine notarielle Form erforderlich, erläuterte Dr. Claudia Greipl.
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