Dr. Claudia Niewenhuys über Leukämie - Therapien sprechen besser an als früher
Mit Blutkrebs leben

Über Strategien gegen Leukämie sprach Dr. Claudia Niewenhuys auf Einladung der Selbsthilfegruppe Lymphome/Leukämien Weiden. Bild: Dobmeier
Die Diagnose Leukämie ist kein Todesurteil. In einem Vortrag machte Dr. Claudia Niewenhuys Hoffnung: Therapien sprächen heute besser an, ermöglichten Patienten eine lebenswerte Zeit.

Bei Leukämie handelt es sich um eine bösartige Erkrankung von Blutzellen. Der Begriff bedeutet "weißes Blut": Der Körper bildet vermehrt Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen. Diese Leukämiezellen zerstören das Knochenmark, wo die Blutzellen gebildet werden, und können auch in andere Organe wie Leber oder Milz eindringen. Diagnostik, Therapie und Strategien bei Blutkrebs erläuterte Dr. Niewenhuys auf Einladung der Selbsthilfegruppe Lymphome/Leukämien Weiden im St.-Michaels-Zentrum.

Schwach und müde

Symptome können demnach Fieber, nächtliches Schwitzen, ungewollter Gewichtsverlust sowie Oberbauchschmerzen durch Schwellung von Milz und/oder Leber sein. Auch Schwäche, Müdigkeit und Leistungsknick sind häufig festzustellen. Alle Arten von Blutkrebs gehören zu den seltenen Krebserkrankungen. Sie treten deutlich seltener auf als zum Beispiel Brust- oder Darmkrebs.

Zur Diagnostik gehöre neben der körperlichen Untersuchung die Blutanalyse, erklärte die Referentin. Es erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane und der Lymphknotenstationen. Eine Röntgenaufnahme der Lunge helfe, Lymphknotenvergrößerungen im Brustkorb zu erkennen und gegebenenfalls Entzündungen der Lunge aufzuspüren. Eine CT-Untersuchung kann erforderlich sein. Bei Verdacht auf Blutkrebs werden eine Knochenmarkuntersuchung und eventuell eine zusätzliche Lymphknotenentnahme zur Gewebeuntersuchung veranlasst. "Die Behandlung ist je nach Art der Erkrankung sehr unterschiedlich. Von Zuwarten - ,watch and wait' - bei niedrig-maligen Lymphomen, die zusätzlich nur kontrolliert werden, bis zur sofortigen ärztlichen Reaktion bei aggressiver Leukämie", sagte Dr. Niewenhuys. Die meisten Behandlungen erfolgen ambulant. Die Ausnahme: Bei jungen Patienten mit akutem Krankheitsbild wird Stammzellentransplantation angestrebt.

Mit Tabletten behandeln

Eine Sonderstellung nimmt die chronisch myeloische Leukämie (CML) ein. Sie wird heute mit Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt. Die Erkrankung trägt in 95 Prozent eine typische genetische Veränderung, das Philadelphia-Chromosom. Die Medikamente in Tablettenform wirken spezifisch auf die typischen gentechnischen Veränderungen und führen so bei etwa 98 Prozent der Patienten zu einem Zustand, der einer Heilung nahe kommt.

Eine passende Therapiestrategie für den einzelnen Patienten werde individuell ausgearbeitet, erklärte die Expertin. Denn letztendlich müsse eine Behandlung immer auf den Betroffenen mit seinen Begleiterkrankungen und dem individuellen Risiko abgestimmt werden.
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