Dr. Monika Weiderer bei der KAB Weiden-Ost - Nach Enke-Tod kein Tabu mehr
Nur schlecht drauf oder depressiv

Prof. Dr. Monika Weiderer. Bild: uz
Die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) Weiden-Ost beschäftigte sich mit Depressionen. Sie zu erkennen, zu verstehen, zu bewältigen, war Thema von Professorin Dr. Monika Weiderer. "Über was haben sie sich heute gefreut? Was war positiv in ihrem Leben? Was haben sie sich Gutes getan?" Diesen Fragenkatalog stellte sie zuerst in den Raum.

Es ging um die Antwort, ob man nur schlecht drauf sei, in einem Stimmungstief hänge oder wirklich depressiv sei. Jeder fünfte Mensch leide im Laufe seines Lebens an einer Depression. In der westlichen Welt sei es die zweithäufigste Krankheit, wobei Frauen häufiger betroffen seien. Auch Kinder und Jugendliche könnten betroffen sein.

Lange Zeit sei Depression ein Tabu-Thema gewesen. Seit dem Tod des Fußballers Robert Enke werde auch in der Öffentlichkeit immer mehr über dieses Thema gesprochen. Wie die Referentin betonte, habe die Depression viele Gesichter. Häufig äußere sie sich durch Antriebsmangel, Schlafstörungen, Appetitmangel, verminderte Konzentration, verminderte Selbstwertgefühle, negative Zukunftsgedanken. Nicht selten werde sie von Suizidgedanken begleitet. Einer von sieben Patienten mit schwerer Depression stirbt an Suizid.

Bei Anzeichen einer Depression sei es wichtig, sich professionelle Hilfe zu holen. Hilfreich sei auch eine Psychotherapie, wobei es darum gehe, sein Denken und Verhalten zu ändern. Für Angehörige sei es wichtig, den Betroffenen ernst zu nehmen, ihn zu motivieren. Auch Sport und Bewegung in der Natur seien hilfreich. Und: "Sein Verhalten in kleinen Schritten zu ändern. Dem Leben Sinn geben." Bei einer lebhaften Diskussion ging die Expertin auf viele Fragen ein. KAB-Vorsitzende Christa Burzer bedankte sich herzlich für den informativen Vortrag.
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