Edeldorfer Weg: Es geht weiter

Für eine Bebauung der bisher noch freien Seite des Edeldorfer Weges sprach sich die große Mehrheit des Bauausschusses am Donnerstag aus. Etwa 20 Parzellen könnten nach Schätzungen der Befürworter hier entstehen: in einer Reihe, weil man sonst dem Naturschutzgebiet zu nahe rücken würde. Bild: Götz

Vier bis fünf Parzellen fallen zwar weg. Doch etwa 20 Häuser könnten letztlich nördlich des Edeldorfer Wegs entstehen. Der Bauausschuss jedenfalls will den Bebauungsplan für das neue Baugebiet weiter vorantreiben. Nur zwei Stadträte stimmten dagegen.

Weiden. (ps) Naturschutzargumente waren für Veit Wagner (Bündnis 90/Grüne) ausschlaggebend dafür, gegen die geplante Aufstellung des Bebauungsplanes "Nördlich Edeldorfer Weg" zu votieren. Schon früher hatte der Bauausschuss starke Bedenken gegen einen Bauleitplan in diesem Bereich, erinnerte Stadträtin Hildegard Burger. Sie habe diese Bedenken nach wie vor. Zugleich betonte sie, dass dies ihre persönliche Ansicht sei und nicht die der SPD.

Nahrungsgebiet für Storch

Ihre Argumente gegen die Bebauung: Vogelschützer betrachten das Gebiet als wichtiges Nahrungshabitat für den Storch, wie die mittlerweile eingegangenen Stellungnahmen aufzeigen. Der Edeldorfer Weg stelle außerdem eine Siedlungsgrenze dar. Und: "Wir wissen, dass viele Anlieger nicht so gut mit dem geplanten Baugebiet leben können."

Eindeutig für die Fortführung des Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplanes und für die Aufstellung des Bebauungsplanes sprach sich dagegen die weit überwiegende Mehrheit des Bauausschusses aus. Mit den von Baudezernent Hansjörg Bohm eingangs vorgeschlagenen Änderungen: So sollen vier bis fünf Parzellen, die nach den bisherigen Plänen das neue Baugebiet im Nordosten abschließen, wegfallen. Denn hier sei nach jüngsten Erkenntnissen eventuell doch mit Hochwasser zu rechnen und ein Wasserrechtsverfahren dafür wäre zu aufwendig.

Nötig sei ein derartiges Verfahren allerdings für die Verrohrung des Almesbaches, der in diesem Bereich eher eine Hochwassergefahr darstelle als die Waldnaab. Verzichtet werden soll auch auf einige Parzellen, die nach der bisherigen Planung nahe an "Vitalis" heranreichen.

An die 20 Baugrundstücke dürften damit übrig bleiben, schätzten die Befürworter, darunter die SPD-Stadträte Alois Schinabeck und Josef Gebhardt. Wie stark Baugrund in Weiden gefragt sei, betonten neben Bohm auch die Stadträte Alois Lukas und Markus Bäumler (CSU). "Der Begriff Baugebiet ist fast schon überzogen", meinte Lukas allerdings. "Es ist ja nur eine Häuserzeile geplant. Dahinter liegt das Naturschutzgebiet. Da geht nichts mehr." Dass gebaut werde, habe der Grundstücksbesitzer versichert, berichtete Lukas. Dieser wolle außerdem ein Feld in eine Wiese verwandeln.

Offene Türen bei Planern und Befürwortern rannten die Stadträte Stefan Rank und Reinhold Wildenauer (beide BL) mit folgenden Vorschlägen ein: Erstens: den Edeldorfer Weg breiter auszubauen als die bisher vorgesehenen 6,50 Meter. Da hier neben Bussen auch landwirtschaftliche Fahrzeuge und Lastwagen in Richtung Almesbach unterwegs seien. Zweitens: zugleich einen kombinierten Rad- und Fußweg vorzusehen.

Storchen-Frage noch offen

Die Aufstellung des Bebauungsplanes wird also weiter vorangetrieben unter Berücksichtigung der Stellungnahmen von Naturschutzverbänden und Anliegern. Eines machte Bohm aber auch klar: Die Storchen-Frage ist noch nicht geklärt. Falls der Nachweis gelinge, dass die Planung für Meister Adebar schädlich sei - wie von Anwohnern und dem Landesverband für Vogelschutz ins Feld geführt -, "erfolgt sofort der Abbruch".
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