Ein "Amigo" fürs Leben

Anna, Tim und ihr Hund "Amigo" fühlen sich pudelwohl. Bild: chap
 
"Amigo" wurde aus einer Tötungsstation gerettet. Bild: hfz

In Spanien landen viele Straßenhunde in Tötungsstationen. Die Organisation Acra rettet die Vierbeiner. So hat "Amigo" jetzt ein neues Zuhause in Weiden.

Tierfreunde waren die 24-jährige Anna und ihr Freund, der ein Jahr ältere Tim aus Weiden, schon immer. Beide suchten bereits seit längerem nach einem Haustier - bevorzugt einem Hund. Aufmerksam wurden die beiden auf die Tierschutzorganisation Arca e.V. durch eine Freundin, die sich dort bereits einen Hund besorgt hatte.

Arca ist ein spanisch-deutscher Tierschutzverein mit Sitz in Gernsbach (Baden-Württemberg). "Wir sind eine Gruppe von Menschen, deren Liebe zu den Tieren uns zusammengeführt hat", heißt es auf der Homepage. Alles fing mit der Unterstützung der kleinen spanischen Organisation "Arca Sevilla" im Jahre 2010 an.

Im Laufe der Zeit blieb es nicht aus, dass auch Hunde aus anderen spanischen Stationen die Hilfe benötigen. Der Verein unterstützt mehrere Tierschutzorganisationen vorwiegend in Südspanien, unter anderem in Sevilla, Malaga und Murcia. Regelmäßig reisen die Vereinsgründer zu den Tierheimen, begutachten die Situation. Sie unterstützen die Leute vor Ort, damit die herrenlosen Tiere von den Straßen aufgesammelt und aus den Tötungsstationen (Perreras) gerettet werden.

Flugpaten gesucht

Viele der Hunde bleiben zunächst in den Heimen Spaniens, andere werden aufgeteilt auf Pflegefamilien. Während dieser Zeit werden alle Tiere gesundheitlich gecheckt, geimpft und gechipt. Nur absolut gesunde Hunde kommen in die neue Heimat zu ihren Pflegeeltern, einschließlich dem notwendigen EU-Pass. Viele der Tiere müssen schließlich nach Deutschland, Österreich, Schweiz oder Frankreich gebracht werden. Dazu bedarf es einer Flugpatenschaft. Und diese sind rar, helfen dem Verein aber sehr.

Paten sind dringend gesucht für alle Flughäfen in Andalusien, vorwiegend ab Sevilla, Malaga sowie Madeira. Und hier kommt Arca Fabiana - Tierrettung Azoren e.V. ins Spiel. Die Organisation kümmert sich um Patenschaften, Impfausweis, EU-Ausweis und Papiere, die für die Ausreise nach Deutschland nötig sind. Zu ihren Aufgaben gehört auch die vorübergehende Unterbringung der Tiere in Pflegefamilien und die Vermittlung der geretteten Tiere an die zukünftigen Besitzer.

Nachkontrolle notwendig

Ganz kleine Hunde dürfen meist in der Tragetasche mit in den Passagierraum, wo sie unter dem Sitz oder auch auf dem Schoß ihren Platz haben. Die meisten jedoch reisen in einer Flugbox im klimatisierten Frachtraum.

Mit an Bord war Ende Januar auch "Amigo", der Hund für Anna und Tim, ein Labrador-Windhund-Mix. Gerne erinnern sich die beiden an die Vorgeschichte. "Immer wieder haben wir uns Bilder von Arca angeschaut und schließlich in den sechs Monate alten ,Amigo' verliebt. Nach längerer Bedenkzeit setzten wir uns mit der Organisation in Verbindung. Dann ging alles sehr schnell", erinnert sich Anna: "Ende Januar kam ein Termin mit den Pflegeeltern zustande, um ,Amigo' kennenzulernen. Danach stand fest, dass er der Hund für uns ist."

Allerdings ist es nicht ganz so einfach, einen Hund zu sich zu holen. Arca fordert vorab Informationen ein, zudem gibt es Platzvor- und Nachkontrollen. Im Februar hatte das Warten ein Ende, "Amigo" bezog seine neues Heim bei Anna und Tim. Übrigens wurden vor einem Monat 25 Hunde aus der Tötungsstation gerettet, sieben Welpen und 18 erwachsene Tiere. Jeder tierärztliche Check kostet pro Hund 50 Euro.

Spendenkonto: Arca Fabiana - Tierrettung Azoren. IBAN: DE69508526510136009065. BIC: HELADEF1DIE
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