Ein Dutzend Betten für Nordoberpfalz - Umsetzung ab Herbst denkbar
Palliativstation rückt näher

Die Palliativstation für die nördliche Oberpfalz rückt schneller in greifbare Nähe als gedacht. Mit dieser Nachricht überraschte Klinikumsvorstand Josef Götz die Teilnehmer der CSU-Podiumsdiskussion zum Thema Sterbebegleitung am Dienstagabend (siehe gesonderten Bericht). Möglicherweise könnte die Umsetzung bereits ab Herbst erfolgen, kündigte er an.

Am Dienstagvormittag hatte der Klinikumschef die Weidener Konzeption im Bayerischen Sozialministerium vorgestellt und mit den Verantwortlichen abgestimmt. Voraussetzung sei - laut Ministerin Christa Stewens - eine kostenneutrale Umsetzung. Gedacht ist an zehn bis zwölf Betten, wobei es sich auf jeden Fall durchwegs um Einzelzimmer handeln soll. Anders sei die Betreuung von Schwerstkranken nicht denkbar, machte Götz klar. In welchem Haus des neuen Krankenhausverbunds sich die räumlichen Vorstellungen am einfachsten umsetzen lassen, sei noch völlig offen.

Primäres Ziel einer Palliativstation sei nicht der Verbleib der schwerstkranken Patienten bis zu ihrem Tod, hob Josef Götz hervor. Ziel sei vielmehr die Rückführung in den heimischen Bereich - so weit dies möglich ist . Zugleich sollen die Palliativmediziner und -pflegekräfte als Berater für niedergelassene Ärzte und für Angehörige tätig werden, skizzierte Götz die bisherigen Vorstellungen. Die müssen mit den Verantwortlichen des neuen Krankenhaus-Verbundes noch im Detail abgestimmt werden.

Optimal wäre es, wenn die Einrichtung als zentrale Koordinationsstelle fungieren könnte. Diese Aufgabe könnte ein so genanntes "Palliativ Care Team" übernehmen, das möglichst in der Palliativstation angesiedelt werden sollte. Diese Teams aus spezialisierten Ärzten, Pflegekräften und ehrenamtlichen Hospizbetreuern werden auch in der Versorgung Schwerstkranker zu Hause tätig.

Gut 250 Millionen Euro habe Bundesgesundheitsministerin für den Aufbau und Einsatz derartiger Teams zur Verfügung gestellt. Das Sozialministerium in München will mit Hilfe der Fördermittel entsprechende Teams im Freistaat realisieren. Vorstand Götz zeigte sich nach dem Gespräch in der Landeshauptstadt zuversichtlich, dass die Nordoberpfalz ein Palliative Care Team erhält.