Ein Masterplan für den Wandel
Briefe an die Redaktion

Zu den Berichten über das Innenstadt-Entwicklungskonzept:

Die Städte in Deutschland und damit auch Weiden werden sich in den nächsten Jahrzehnten deutlich verändern. Der demografische Wandel, Zuzug von Menschen aus fernen Ländern und Kulturen, fortschreitender Klimawandel, Strukturwandel in der Wirtschaft, teuer werdende Energie, ungleichere Einkommens- und Vermögensverhältnisse, um nur einige Punkte zu nennen, werden nicht spurlos an unserem Stadtbild vorübergehen.

Es macht daher durchaus Sinn, sich Gedanken zu machen, welche Veränderungen auf unsere Stadt zukommen und wie man dem begegnen will. Dabei ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Beginn an wichtig. Man kann sich erst dann ernsthaft um Teilbereiche wie Einzelhandel, Verkehr, Wohnraum, Gestaltung und Aufwertung der öffentlichen Räume etc. Gedanken machen, wenn man sich vorher über das große Ganze im Klaren ist. Wer ernsthaft eine zukunftsweisende Stadtentwicklung betreiben will, muss wissen, wohin er will.

Der sogenannte "Masterplan" ist daher durchaus ein richtiger Ansatz. 80 000 bis 120 000 Euro sind für unsere Stadt aber auch viel Geld, und die Gefahr, dass es nur bei bedrucktem Papier bleibt, ist sicherlich gegeben. Andererseits sollte man die Mehrkosten, die durch isolierte, unkoordinierte Maßnahmen entstehen, nicht gering schätzen.

Im Bauausschuss hat sich zwar letztendlich die Mehrheit für den Masterplan ausgesprochen, aber es werden jetzt wieder nur Einzelbereiche (Module) isoliert herausgepickt. Leider. Man beschäftigt sich zunächst nur mit dem Einzelhandel. Weitere Einzelbereiche sollen irgendwann folgen. Hoffentlich zeitnah. Eines ist aber wichtig: Es muss darauf geachtet werden, dass die Module dann auch sinnvoll vernetzt und aufeinander abgestimmt werden. Alles andere wäre Flickschusterei und würde dem bevorstehenden Wandel nur unzureichend gerecht werden.

Norbert ZieglerWeiden

Toll für Fondara

Teilsperrung der Sedanstraße erst 2018! So berichtet es der "Neue Tag". Eine gute oder eine schlechte Nachricht? Man weiß es nicht. Ist aber auch nicht wichtig. Denn die Stadtgalerie ist laut Planungsamt so konzipiert, "dass sie in jedem Fall funktioniert, gleich, welche Verkehrsbedeutung dem Teilstück von Sedan- und Dr.-Pfleger-Straße zugewiesen wird".

Ist das nicht toll für Fondara? Jetzt kann die Galerie zunächst einmal fertiggestellt werden. Ohne Rücksicht auf die übrige Stadt. Später wird dann ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie denn in der Innenstadt alles zusammengeht oder nicht, mit Freizeit, Wohnen, Verkehr, Einkaufen und so. Das ist dann der Masterplan. Sollte so was nicht schon 2011 erstellt werden? Wenn dieser Plan fertig ist, kommt möglicherweise heraus, dass man die Sperrung gar nicht mehr braucht. Es wird aber wahrscheinlich dann trotzdem eine Probesperrung veranlasst, da ja ein Stadtratsbeschluss dazu vorliegt, und ein solcher Beschluss muss ja bekanntlich auch umgesetzt werden, so wie die Beschlüsse zur Galerie in der Vergangenheit. Runder Tisch? Ein Schelm, wer sich was Böses dabei denkt.

Aber könnte es nicht einfach sein, dass das alles so und nicht anders gewollt ist? Es genügt doch Fondara, wenn die zahlreichen Besucher der Galerie in das Parkhaus einfahren, trockenen Fußes über die Brücke in den ersten Stock der Galerie gelangen, dann ihre Geschäfte in der Galerie erledigen bis sie müde sind oder die Kinder zu quengeln anfangen, um dann schnell wieder über die Brücke ins Parkhaus zu entschwinden. Wozu denn Fußgängerzone, wozu attraktive Zugänge von allen Seiten zur Galerie, wozu denn Attraktivität der Altstadt, Integration, Planung, und Partnerschaft mit dem Einzelhandel?

Dann haben wir endlich die Situation, wie in den anderen Metropolen: Galerien als Konsuminseln, Stadt bleib wo du willst, Hauptsache die Umsätze stimmen in der Galerie! Einzelhandel? Hat sowieso keine Zukunft, hat Herr Schumacher gesagt. Und so unrecht hat er ja vielleicht auch nicht. Galerien brauchen andererseits eine Anlaufzeit von etwa zwei Jahren, bis sie "laufen". Dann wissen wir mehr. Also Sperrung der Sedanstraße bitte frühestens 2020.

Dr. Herbert Klein,Neustadt

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