Ein Platz für die Jugend
Briefe an die Redaktion

Zur Berichterstattung über das Schülercafé Scout, das von der Schließung bedroht ist:

Das Scout ist jetzt seit vier Jahren in den Händen des Kolping Bildungswerks. In dieser Zeit haben die Mitarbeiterinnen der Einrichtung in mühevoller Arbeit dem Schülercafé bzw. Jugendtreff wieder Leben eingehaucht und Schritt für Schritt die Öffentlichkeit, vor allem die Schüler der Weidener Schulen, von sich überzeugt. Und jetzt soll, so die Abstimmung der Stadträte, die Einrichtung nicht neu vergeben werden?

Wir haben die Arbeit der Mitarbeiterinnen des Scout in den letzten vier Jahren erlebt und in fachlicher und pädagogischer Hinsicht schätzen gelernt. Nur einige Beispiele sollen dies veranschaulichen: Seminar- oder Kursstunden wurden dort verbracht, um in der gelösten Atmosphäre des Jugendtreffs produktiv zu arbeiten. So manche Ausstellung konnte dort von den Schülern in einem öffentlichen Raum, von gewissen schulischen Regularien gelöst, organisiert werden, aber ohne gänzlich den schulischen Kontext zu verlieren.

Davon abgesehen, dass die ausgestellten Objekte dadurch einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden und Jugendliche dadurch das Scout als Plattform für ihre Kunst nutzen konnten. Selbst die Küche wurde den Schülern für kulinarische Aspekte des landeskundlichen Fremdsprachenunterrichts zur Verfügung gestellt. Es ließen sich noch viele weitere Aktionen anführen, die von den Mitarbeiterinnen des Jugendtreffs ermöglicht und begleitet wurden.

Von all den Aktionen abgesehen, gibt es einige Schüler, für die das Scout unglaublich wichtig geworden ist, weil sie sich dort aufgehoben und angenommen fühlen, mit ihren Interessen, in ihrer besonderen Art, mit ihren Problemen. Sowohl Eltern als auch Lehrer kennen den Wert solcher Orte: In einem offenen, aber dennoch geschützten Rahmen können Kinder und Jugendliche mitten in der Stadt aufeinandertreffen und sich in diesem sozialen Umfeld "ausprobieren".

Wir sind uns sicher, die Mitarbeiterinnen des Kolping-Bildungswerks können viel davon berichten, wie lange es gedauert hat, bis die Einrichtung wirklich wahrgenommen wurde, bis man die Pädagogen akzeptiert hat und auf sich zugegangen ist. Betrachtet man aktuell die Aktionen der Scout-Jugendlichen, so muss die Arbeit der Pädagoginnen in den letzten Jahren sehr gut gewesen sein.

Wir finden es wunderbar, wie die Jugendlichen für ihre Einrichtung und die betreuenden Pädagogen kämpfen. Die Stadt sollte froh sein über dieses Engagement und keine Kosten und Mühen scheuen, den Jugendlichen diesen Platz so zu erhalten. Es wäre wirklich schade, würde man sich tatsächlich die "Meinung der Jugendlichen sparen"!

Dieter Funk, Sabine Hoffmann, Kathrin Hirsekorn, Doris Christl und Maik StaeckGymnasialpädagogen

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