Ein "singender" Fremdenlegionär

Im Regelfall "singen" Häftlinge nicht. Sie schweigen eisern. Doch sehr selten gibt es Ausnahmen. Als einem 32-jährigen Ungarn vor dem Landgericht der Einbruch in ein Sulzbach-Rosenberger Autohaus vorgehalten wurde, offenbarte sich plötzlich Erstaunliches: Der Mann mit Gardemaß, ehedem als Fremdenlegionär im Afrika-Einsatz, hatte die letzten Monate in einer Gemeinschaftszelle der JVA Amberg zugebracht und war dort mit einem Mann zusammengetroffen, der wegen des Verdachts auf Rauschgifthandel in U-Haft sitzt.

Der Ungar bestellte irgendwann die Kripo zu sich und machte konkrete Angaben darüber, was ihm sein Bettnachbar erzählt hatte. Es waren, wie nun ein Rauschgiftfahnder aus Amberg vor dem Landgericht mitteilte, sehr konkrete Einzelheiten, die den Behörden bei ihren Ermittlungen halfen. Nicht genug damit. Während des Prozesses deutete der Ungar an, dass er mit weiteren Details zum Lieferanten aus Tschechien aufwarten könne. Daraufhin wurde die Verhandlung unterbrochen, zogen sich der Fahnder und der Ungar zurück, um Gespräche führen zu können.

Bei der heuer im März aufgeflogenen Drogensache geht es nach vorsichtigen Andeutungen um mehrere Kilogramm Marihuana und einige hundert Gramm der Designerdroge Crystal Speed. Beteiligt an den Deals waren offenbar zwei Männer aus Schwandorf. Sie sitzen zwischenzeitlich in U-Haft. Seine Angaben wurden dem Ungarn im Urteil mildernd angerechnet. (hwo)
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