Ein Tag für den Namenspatron

Woher die Clausnitzerschule ihren Namen hat - eine Klasse aus Weiden-Ost weiß es ganz genau. Sie erforschte das Leben des Namensgebers und brachte es auch den anderen Kindern näher. An einem ungewöhnlichen Schultag.

Wer war denn eigentlich Tobias Clausnitzer? Und was machte ihn so anders? Genau mit diesen Fragen beschäftigte sich die Kombiklasse 3/4 der Clausnitzer-Grundschule unter Leitung von Lehrerin Daniela Scharbauer. Grund dieser Überlegungen war die 24. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten. Er rief Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren dazu auf, ein Beispiel für "Anders sein" aus der Geschichte ihrer Region, ihrer Schule oder ihrer Familie zu erforschen. Die jungen "Clausnitzer" machten daraus einen eigenen Projekttag.

Zurück ins 17. Jahrhundert

Unter der Überschrift "Tobias Clausnitzer - ein etwas anderer Mensch" waren die Klassen 1 bis 4 eingeladen. Als Einstieg diente ein Theaterstück der Kombiklasse 3/4, das die damalige Situation und das Leben des Namenspatrons der Schule mit vielen Hintergrundinformationen veranschaulichen sollte. Tobias Clausnitzer, 1618 in Thum geboren kam 1648, nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, als evangelischer Pfarrer nach Weiden. Er war einer der ersten Prediger, die nicht zwischen Katholiken und Protestanten unterschieden. Denn: "Wir glauben all an einen Gott".

So heißt auch eines seiner vielen selbst geschriebenen Lieder, das die Schüler während des Theaterstücks vortrugen. Bekannt wurde Clausnitzer vor allem durch seine Friedenspredigt vom 1. Januar 1649, die er aufgrund der vielen Besucher nicht wie gewohnt in der Michaelskirche, sondern im Freien, vor dem Alten Rathaus, hielt.

Nüsse statt Schololade

Nach der Vorführung konnten die Schüler ihr Wissen vertiefen, etwa über die Lebensumstände während und nach dem Dreißigjährigen Krieg. Auf dem Programm standen das Kalligraphieren der damaligen Schrift, der Tanz eines Reigens, das Einüben eines Lieds von Clausnitzer sowie ein Quiz. Die Sieger bekamen übrigens Nüsse und getrocknete Früchte, weil es damals ja noch keine Schokolade gab. Vincent Kopp (9) aus Edeldorf, der sich im Stück die Rolle des Tobias Clausnitzers mit seinem Zwillingsbruder Leopold teilte, sagte: "Ich fand das Projekt sehr schön, aber auch anstrengend. Es war super, dass uns so viele geholfen haben und dass wir es am Ende so gut geschafft haben." Der Geschichtswettbewerb läuft noch bis 28. Februar. Um daran teilzunehmen, werden die Schüler der Clausnitzer-Kombiklasse ein Album mit Fotos und Berichten gestalten. Dem Gewinner des Wettbewerbs winkt ein Geldpreis sowie eine Urkunde.
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