Ein Wert-volles Leben

"Wir kommen besser durchs Leben, wenn wir uns auf die wichtigsten Werte konzentrieren", sagt Dr. Petra Altmann bei ihrem Vortrag beim Freundeskreis Tutzing. Bild sbü:

Leicht vergessen Menschen in der Hektik des Alltags, was im Leben tatsächlich wichtig ist. Ein Vortragsabend des Freundeskreises Tutzing widmete sich deshalb dem Thema der Werte in unserem Leben.

(sbü) Was macht mein Leben eigentlich wertvoll? Das war die Frage, die Dr. Petra Altmann an den Anfang ihres Referats im Haus der evangelischen Gemeinde stellte. Die Buchautorin und Journalistin bot den zahlreichen Zuhörern viel Nachdenkliches zum Innehalten und Rückbesinnen auf grundlegende Fragen des Lebens. Eingeladen hatte der Freundeskreis Tutzing.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand der Begriff der Werte im Leben des Menschen. "Wir besitzen viele Werte, die uns aber oftmals nicht präsent sind", stellte Altmann fest. Sich diese Werte bewusst machen, sie üben und praktizieren, sei bereichernd und schaffe Lebenssinn: So lautet - verknappt - die Empfehlungen der Referentin. Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Treue und Zuverlässigkeit, Beständigkeit, Liebe und Glaube nannte sie als Wertekatalog.

Wenn sitzen, dann sitzen

Ausführlich ging Altmann auf die Achtsamkeit ein: "Wenn ich sitze, sitze ich", oder "Wenn ich esse, esse ich" - das fuße auf der Feststellung, "die wichtigste Stunde ist die Gegenwart". Das bedeute: Es sei ratsam, sich auf die jetzige Situation zu konzentrieren und während der derzeitigen Aktivität nicht schon an die nächste zu denken. Achtsamkeit habe aber zwei Seiten: "Auf sich selbst achten, wie gehe ich mit mir um?" auf der einen. "Sich anderen zuwenden, beachten, hochachten auf gleicher Höhe" stehe daneben.

Achtsamkeit könne auch geübt werden, sagte Altmann. Dazu empfahl sie: "Innehalten und das eigene Handeln hinterfragen." Und unter Bezug auf das Thema Flüchtlinge sagte sie: "Wer andere achtet, wird auch selbst geachtet."

Weil Werte nach Meinung der Referentin ineinandergreifen, gebe es auch einen fließenden Übergang von der Achtsamkeit zum Wert Aufrichtigkeit. Unter Bezug auf den Fall der Politiker Edathy/Hartmann bemerkt Altmann: "Wer aufrichtig sagt, was war, und nicht wartet und erst später mit der Wahrheit rausrückt, der praktiziert diesen Wert." Politikverdrossenheit in der Bevölkerung führt Altmann auch auf fehlende Aufrichtigkeit vieler Politiker zurück. Aufrichtig sein, heiße, "ehrlich, freimütig, authentisch, verlässlich, redlich, glaubwürdig und integer sein".

Üben könne man dies durch "ebenfalls durch Innehalten, sich in die Rolle des anderen versetzen, auf sein Bauchgefühl achten und nicht versuchen, dem anderen etwas vorzumachen." Ähnlich wie die Achtsamkeit und die Aufrichtigkeit erläuterte Altmann alle anderen von ihr genannten Werte. Nachgelesen werden kann alles in ihrer Schrift "Lebe wertvoll und gut. Ein Wertekompass für alle Tage".
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