Einbruch gefilmt

In einer lauen Maiennacht dieses Jahres fasste ein 26-Jähriger auf dem Heimweg einen fatalen Entschluss. Er drang gewaltsam in eine bereits geschlossene Gaststätte ein und durchsuchte diese nach Beute.

Nachdem der junge Mann aus dem Landkreis Neustadt/WN auch das an den Gastraum angrenzende Appartement aufgesucht und dort nichts gefunden hatte, zog er wieder von dannen. Seine Beute war lediglich ein Karton Alkohol-"Shots". Sein Pech nur: Eine Videokamera hatte das Geschehen aufgezeichnet. Die Wirtin erkannte den Mann als gelegentlichen Gast. Die Polizei hatte ihn daraufhin schnell ermittelt.

Stark alkoholisiert

Vor Strafrichter Roland Güll gestand der 26-Jährige nun die Tat. Stark alkoholisiert sei er gewesen und habe deshalb "Sch... gebaut". Die Schnapsfläschchen habe er mitgenommen, nicht aber das angeblich in der Wechselkasse fehlende Geld. "Es war nichts da", versicherte er. Staatsanwältin Claudia Stingl forderte acht Monate auf Bewährung, verbunden mit 1500 Euro Geldauflage. Wegen Bedrohung, Waffenbesitzes und Beleidigung war der Ledige mit mäßigen Geldstrafen vorgeahndet.

Richter Güll war - angesichts der prekären finanziellen Lage des zweifachen Kindsvaters - etwas gnädiger. Fünf Monate auf Bewährung und 800 Euro Geldauflage lautete sein Urteil. Der Diebstahl des Wechselgelds habe dem Mann nicht nachgewiesen werden können. Da er sich reuig gezeigt habe und sozial eingeordnet lebe, könne man davon ausgehen, dass ihm die Verurteilung Warnung genug sei. Deshalb könne die Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Der Verurteilte nahm die Strafe sofort an. Er bat lediglich darum, die Geldauflage in Raten zahlen zu dürfen.
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