Eine Alarmanlage geht nicht Gassi

Wie sich Türen und Fenster gegen Einbruch sichern lassen, erklärte Kriminalhauptmeister Dieter Melzner (links) auf Einladung von Ortsvorsitzendem Hans Forster. Bild: uz

Ein Hund ist nur bedingt eine Alarmanlage. "Klar, ein Hund schlägt an, wenn sich ein Fremder nähert", sagt Kriminalhauptmeister Dieter Melzner. Aber: Diebe seien auch nicht dumm. "Was ist, wenn Frauchen oder Herrchen gerade mit ihm Gassi gehen?"

Weiden. (uz) Der Fachberater für die Vorbeugung vor Hauseinbrüchen bei der Kriminalpolizei Weiden riet daher zu technischen und mechanischen Lösungen. Eingeladen hatte zu der Veranstaltung in der Gaststätte "Almrausch" der CSU-Ortsverband Weiden-Ost. Vorsitzender Hans Forster betonte, dass die Einbruchsrate in Bayern um 30 Prozent angestiegen sei. "Alle vier Minuten wird in Deutschland eingebrochen." Pro Fall entstehe ein Schaden von durchschnittlich 4500 Euro.

Zehn Minuten brauche ein Einbrecher im Schnitt für seine Tat. Deutlich länger dauere es, bis das Einbruchsopfer die Tat verarbeitet habe. "Der psychische Schaden ist meist höher als der materielle." Einbrecher seien scheue Wesen und würden meist jeden Kontakt meiden. Deshalb klingelten sie oft vor ihrem Bruch, um sicherzugehen, dass keiner Zuhause sei.

Melzner konnte die 50 Zuhörer beruhigen. "Wir leben auf einer Insel der Glückseligen", sagte er. Die Einbruchsrate in Weiden sei gering. Natürlich könne jeder der nächste sein. Aber: "Wir hatten hier vor 15 Jahren schon mal mehr Brüche als heute." Und: Einbrecher bevorzugten schlecht gesicherte Objekte. "90 Prozent der bundesdeutschen Haushalte sind nicht gesichert." Die Auswahl sei also riesengroß. Dass es bis zum Schlimmsten kommt, dass also der Einbrecher sein Opfer gewaltsam angeht - wie in Pressath geschehen -, ist laut Melzner äußerst selten.

Häufig würden Delikte durch sorgloses Verhalten der Haus- und Wohnungsbesitzer begünstigt. Wer also sein Haus nach DIN-Norm absichere, könne zu 95 Prozent davon ausgehen, dass nicht eingebrochen werde. Optimale Einbrecher-Schocker seien helle Bewegungsmelder. Günstig seien Querriegel und Einsteckschlösser. Hier immer auf die Zeichen "Not- und Gefahrfunktion" achten. Zwei Drittel aller Einbrüche erfolgten über Fenster oder Türen. Ein "Pilzkopfbeschlag" schütze vor Schraubenziehern, den liebsten Utensilien von Einbrechern.

Wer sich eine Alarmanlage anschaffen wolle, sollte am Preis nicht sparen. "Eine schlecht geplante Alarmanlage ist die beste Möglichkeit, sich die ganze Nachbarschaft zum Todfeind zu machen."
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