Eine echte Marke

"Die Philatelie schreibt ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Stadt Weiden." Darüber sind sich die Festredner des Jubiläumsabends Geschäftsbereichsleiter Stefan Friedl, OB Kurt Seggewiß und Friedhelm Schwarze, Mitglied des Bereichsvorstands Post eCommerce-Parcel (von links), sicher. Bild: sbü

Es war ein Erfolg, der von Jahr zu Jahr immer größer wurde. Begonnen hat alles vor 35 Jahren, als es gelungen war, eine Briefmarkenversandstelle in Weiden anzusiedeln. Aus dem kleinen Amt ist ein moderner Dienstleister mit über 500 Beschäftigten geworden. Jetzt durfte gefeiert werden.

(sbü) "Wir sind stolz darauf, dass es die Philatelie in Weiden gibt", sagte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß am Galaabend der Philatelie anlässlich ihres 35.Geburtstags. Zahlreiche Ehrengäste und große Teile der Beschäftigten und ihre Angehörigen erlebten im Evangelischen Gemeindehaus bei hochsommerlichen Temperaturen eine Geburtstagsfeier mit vielen Höhepunkten.

Zunächst wurde die lange Erfolgsgeschichte der ehemaligen Versandstelle präsentiert. Friedhelm Schwarze, Vorstandsmitglied des Bereichs Post-eCommerce-Parcel, zuständig auch für die Weidener Philatelie, öffnete das Geschichtsbuch: "Wir haben uns von einer Behörde zu einem global Player und Marktführer entwickelt." So kennzeichnete er den Strukturwandel der Post AG insgesamt. Bezogen auf die Philatelie in Weiden stellte er fest: "Politiker hatten einen entscheidenden Anteil, dass sich heute im Industriegebiet am Brandweiher ein Betrieb der Post AG mit über 500 Beschäftigten befindet." Schwarze erinnerte, dass die damalige kleine Versandstelle, als dritte Einrichtung dieser Art in Deutschland, in Regensburg errichtet werden sollte. Doch die schon "beschlossene Sache" wurde dann durch Intervention des damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Franz Zebisch zugunsten von Weiden entschieden.

Jährlich eine Million Kunden

OB Seggewiß schilderte hierzu noch Zeitzeugen-Berichte. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei demnach gewesen, dass MdB Zebisch und sein damaliger Mitarbeiter Ludwig Stiegler aus der Gewerkschaft einen Hinweis bekamen. Danach gebe es in Weiden mehr Schwerbehinderte als in Regensburg. Mit diesem Argument hätte Zebisch über den damaligen SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Wehner den Zuschlag zugunsten von Weiden erreicht.

Es waren jedoch nicht nur historische Erinnerungen, die am Abend präsentiert wurden. Geschäftsbereichsleiter Stefan Friedl erläuterte zusammen mit Vorstandsmitglied Schwarze die heutige Konzeption der Philatelie. Aus der ursprünglichen Versandstelle für Automatenmarken sei ein Dienstleister mit jährlich einer Million Kunden geworden. Längst werden von Weiden aus neben Briefmarken auch philatelistische Raritäten, Münzen und Geschäftsbedarf für interne Postkunden versendet.

Der digitalisierten Welt habe man sich komplett angepasst, erläuterten Schwarze und Friedl. Etwa die Hälfte der Beschäftigten arbeite im Kundenservice, überwiegend am Telefon. "Weiden ist heute einer der größten Poststandorte in Deutschland." Und Friedl bekennt seine Treue zur Stadt, "auch wenn ich oftmals nur am Wochenende hier sein kann". Lob gab es von Vorstandsmitglied Schwarze auch für die Weidener Arbeitnehmerschaft: "Sie leben die Gemeinsamkeit und sind auch deshalb sehr stark." Bei Musik, Tanz, Festessen und kühlen Getränken sowie einer Cocktail-Bar konnten die Mitarbeiter dieses Lob lang in die Nacht hinein genießen.

Ausstellung bis Mittwoch

Unter den zahlreichen Ehrengästen waren auch Landrat Andreas Meier, SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, ein bekennender Briefmarkensammler. Auch wenn die Briefmarke "nicht mehr die Aktie des kleinen Mannes ist, sind wir mit Blick auf die vielen Philatelie-Vereine und deren jungen Mitgliedern für die Zukunft sehr optimistisch", erklärten die Philatelie-Chefs.

Erinnert wurde auch an die Ausstellung über die Geschichte der Philatelie im Neuen Rathaus. Sie ist noch bis Mittwoch, 22. Juli, zu sehen.
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