Eine Kuh für Existenzgründer

Sie sind die treibenden Kräfte der Organisation "Hoffnung für Menschen" (von links): Father Julis, Angelika Taube, Bernhard Karl, Gerald Polster, stellvertretende Vorsitzende Judith Haslauer, Christian Steiner, Vorsitzender Thomas Ebert und Pfarrer Antony Soosai. Bild: Dobmeier

Eine Milchkuh kann die Basis für die Existenz einer ganzen Familie sein. Nicht in Deutschland, aber in Indien. Wie das funktioniert, zeigte der Verein "Hoffnung für Menschen" bei einem "Indischen Abend" auf.

Weiden. (rdo)Witwen, Waisen, aber auch ganze Familien, die in Indien am Rand der Gesellschaft leben, sind die Zielgruppe der Hilfsorganisation. Die kann inzwischen auf 1092 Patenschaften und Existenzgründungen verweisen - eine stolze Bilanz.

Ein Grund für die Not vieler Menschen vor Ort: Die Fischer sind mit einfachsten Booten auf der oft rauen See unterwegs. Deshalb verunglücken viele von ihnen, kehren nicht nach Hause zurück. Die Folge: vor allem an der Küste gibt es viele Witwen und Waisen, und die stehen in Indien nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Das berichtete Pfarrer Antony Soosai, der an diesem Abend auch Father Julius vorstellte.

Jeder Cent kommt an

Father Julius habe sich in Indien bisher mit um die Projektverwirklichungen gekümmert und sei nun seit drei Monaten in der Pfarrei in Neunkirchen St. Christoph mit tätig. Die beiden Geistlichen trugen gemeinsam ein indisches Lied vor. Den anwesenden Unterstützern dankte Pfarrer Soosai ganz herzlich. Denn sie schenken mit ihrem Beitrag, von dem jeder Cent ankommt, Hoffnung und den Mut weiterzuleben.

Judith Haslauer zog Bilanz. Die stellvertretende Vorsitzende berichtete, dass im vergangenen Jahr 283 Kinderpatenschaften, 170 Familien-, 240 Studenten- und 99 Kinderdorfpatenschaften unterhalten wurden. Des weiteren pflegte der Verein sieben Patenschaften für Behinderte sowie 293 für Slumkindern. Das Gesamtspendenaufkommen für alle Projekte habe 144 444 Euro betragen. Sie wies darauf hin, dass vor allem der Schritt ins Kinderdorf die so wichtige Schulbildung ermögliche.

Das Existenzgründungsprojekt unterstütze Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Wie das funktioniert, berichtete Betreuerin Angelika Taube: Bedürftige Familien erhalten eine Kuh im Wert von 300 Euro. Vom Erlös des Milchverkaufes können sie dieses Geld schrittweise zurückzahlen und der Verein hat so wieder Geld frei, um weitere Kühe zu kaufen und weiterzugeben. Daneben fördert der Verein auch die Gründung von Obst-, Fisch-, Gemüse- und Friseurgeschäften.

Vorsitzender Thomas Ebnet erinnerte an die zahlreichen Benefiz- und Öffentlichkeitsveranstaltungen des vergangenen Jahres. Als Beispiele nannte er den Vortrag am Gymnasium Hohenschwangau, von dem drei Schülerinnen anwesend waren, sowie einen Jazz-Frühschoppen mit den Sax-Brothers am Schafferhof, Konzerte mit Eddi Gabler und dem Gospelchor Waldau, das Multikultifest in Pleystein, das Jubiläums-Benefizkonzert mit "Singing Witt" zum zehnjährigen Bestehen des Vereins. Außerdem gab es ein AWO-Konzert zugunsten des Vereins und eine Sommerserenade mit Brigitte Träger, die der Organisation in vielfältiger Weise gut gesonnen sei. Triathlet Martin Aschenbach brachte beim Ironman auf Mallorca zudem eine fünfstellige Summe durch Sponsorengelder ein.

Erfolgreich und interessant gestaltete sich auch wieder eine Indienreise, bei der Paten, die für die Reise selbst bezahlen, "ihre" Kinder besuchen können. Viele der betreuten Kinder beschreiten schon einen erfolgreichen Weg, einige wollen sogar Zahnmedizin studieren. Neben den Patenschaften und dem Erhalt der Kinderdörfer steht künftig der Bau eines Gemeinschaftsgebäudes im Kinderdorf Manakudy im Mittelpunkt der Vereinsarbeit.

Indische Leckerbissen

Mit einem indischen Mahl - zubereitet vom Partyservice Hartwig aus Pleystein - und dem Verkauf indischer Waren klang der Abend aus. Zum Abschied hieß es "Rompa Nanti" - vielen Dank!
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